Mobilfunk in Münsing:Standortsuche geht weiter

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Gemeinderat billigt Bürgerantrag zu Mobilfunkmast.

Von Benjamin Engel, Münsing

Die Debatte über einen neuen Mobilfunkmasten westlich von Münsing dürfte diskussionsreicher werden, als es sich die Kommune wohl vorgestellt hat. Anwohner haben für einen vom Gemeinderat gebilligten Bürgerantrag, Alternativstandorte zu prüfen, die nötigen Unterschriften gesammelt. Damit muss sich das Gremium innerhalb von drei Monaten erneut mit der Angelegenheit beschäftigen. Vor einem Jahr hatte die Verwaltung ein Gutachten beauftragt, um einen immissionstechnisch möglichst verträglichen und zugleich leistungsfähigen Standort zu finden. Am besten geeignet hielt Frank Ulrich vom Büro Funktechanalyse einen 280 Meter von Wohnhäusern entfernten Platz am Waldrand nordwestlich des Hartlwegs.

Eine Gruppe um Irmgard Sebald und Annemarie Pfatrisch fühlte sich vorab unzureichend informiert und initiierte den Bürgerantrag. Dafür kamen 139 Unterschriften zusammen, vier davon waren ungültig. Bei einem weiter von Wohnbebauung entfernten Standort sei auch die Strahlenbelastung geringer, so Sebald. Von der Suche nach einem Funkmaststandort habe sie erst aus der Tagesordnung für die Gemeinderatssitzung Ende März erfahren, kritisiert sie. In dieser hatte Gutachter Ulrich seine Analyseergebnisse vorgestellt. Er soll nun unter anderem einen weiter südwestlich gelegenen, mehr als tausend Meter vom Gemeindezentrum entfernten Standort prüfen - und voraussichtlich im Mai auf einer Informationsveranstaltung erläutern, was herausgekommen ist. Anschließend wird die Debatte wieder den Gemeinderat beschäftigen.

Derartige Konflikte sind im Spannungsfeld zwischen Landschafts- wie Immissionsschutz und möglichst hoher Leistungskapazität gerade auf dem Land klassisch. Aus Sicht der Verwaltung war eine größere Informationsveranstaltung während der heurigen Pandemie Hochphase bislang unmöglich. Die Gemeinde hatte größeren Aufruhr eigentlich vermeiden wollen und ein Dialogverfahren mit der Drillisch Netz AG (1 & 1) begonnen. Für den jetzt kritisierten Standort spricht, dass damit auch die Staatsstraße nach Weipertshausen abgedeckt werden kann, was Ende 2024 für Mobilfunkbetreiber verpflichtend wird.

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