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Mitten im Alltag:Keine Sorge, die Berge warten

Je länger der Lockdown dauert, desto gewaltiger und faszinierender kann einem das Alpenpanorama erscheinen...

Glosse von Franziska Langhammer

Sehnsuchtsorte. Wohl kein anderes Wort verpackt das Streben nach Transzendenz vieler Menschen derzeit besser, die, gefangen im Lockdown, zu Hause sitzen und doch gern woanders wären. Filme können da eine gute Hilfe sein, oder Bücher, um zumindest geistig zeitweilig dem drögen Jetzt zu entfliehen. Denn welche Ablenkung hat die Umgebung sonst derzeit zu bieten? Den umliegenden Wald kennt man langsam wie seine eigene Westentasche, die versteckten Jägerstände wie auch die Lieblingsorte der Rehe. Und auch die Seen können bei mehrmaligem wöchentlichen Vorbeiflanieren an Reizen einbüßen.

Umso gewaltiger und faszinierender kann einem dieser Tage das Alpenpanorama erscheinen, das sich den Spaziergängern präsentiert. Da kann die Welt untergehen im Corona-Wahnsinn, die Berge stehen still und unerschütterlich. Sie helfen bei der eigenen Verortung - wo war ich gleich noch mal? Und sie rücken, erschaffen für die Ewigkeit, so manch langweiligen Moment in das richtige Licht. Und doch kann einen beim Anblick dieser Idylle auch wieder eine unbestimmte Sehnsucht packen. Ein schmachtender Blick auf die Bergketten wird von diesen beantwortet mit einer unumstößlichen Sicherheit, die bleibt: Keine Sorge. Wir warten hier auf dich.

© SZ vom 26.02.2021
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