Mit Hilfe von Fördermitteln Landkreis erstellt Radwegekonzept

Routen sollen in Absprache mit den Nachbarregionen vernetzt werden

Von Alexandra Vecchiato, Bad Tölz-Wolfratshausen

Der Landkreis will ein integriertes Radwegekonzept für den Alltags- und Freizeitverkehr aufstellen. Dafür sollen Fördermittel aus dem europäischen Leader-Programm beantragt werden. 50 000 Euro sollen für das Vorhaben in den Haushalt eingestellt werden. Das haben die Mitglieder des Umwelt- und des Kreisausschusses im Kreistag vor Kurzem in einer gemeinsamen Sitzung einstimmig beschlossen. Das Konzept soll mit den Plänen der Nachbarlandkreise abgestimmt werden, die bereits ähnliche Studien durchgeführt oder beauftragt haben.

Der Fachbeirat Energie hatte die Idee für ein Radwegekonzept aufgebracht. Es ist ein wichtiger Bestandteil im Bestreben, die Energiewende zu erreichen. Je mehr Bürger auf das Fahrrad als Transportmittel umsteigen, desto mehr lassen ihr Auto in der Garage stehen, was zur Einsparung von Kohlendioxid führt. "Die Nachbarlandkreise sind alle weiter als wir", sagte Cornelia Irmer (Freie Wähler), Mitglied des Fachbeirats. Das Konzept sei daher kein "blinder Aktionismus", sondern ein langfristig angelegtes Projekt.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte Irmer den Antrag auf Erstellung eines Radwegekonzepts im Umweltausschuss eingebracht. Damals wurde das Thema vertagt. Zuerst sollte die Verwaltung klären, welche ähnlichen Pläne in den angrenzenden Landkreisen vorliegen, da die Wege an den Landkreisgrenzen nicht enden. Die Prüfung durch die Verwaltung ergab, dass die anderen Landkreise der Region 17 bereits Radverkehrskonzepte erstellt haben oder diese aktuell erstellen lassen. Ein mit den Nachbarlandkreisen abgestimmtes Konzept sei daher hinsichtlich einer landkreisübergreifenden Radwegeplanung, etwa für Schnellradwege, notwendig, lautete das Ergebnis im Landratsamt. Die neuen Wege sollen nämlich nicht nur für Touristen geschaffen werden. Es gehe auch um den Alltagsverkehr, versicherte Irmer. Wer von seinem Zuhause zu seinem Arbeitsplatz radeln wolle, brauche eine schnelle und direkte Verbindung von A nach B.

Michael Häsch (CSU) fragte nach, ob dann auch Punkte wie Abstellplätze für Räder, Leihräder und anderes in der Studie berücksichtigt würden. Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) bejahte: "Das sind genau die Punkte." Seit Jahren sei der Radweg entlang der Bundesstraße 13 zwischen Lenggries und Bad Tölz ein Thema, sagte Werner Weindl (CSU). Ohne ihn seien viele Radfahrer auf der Straße unterwegs, weil sie eine schnelle Verbindung nutzen wollen. Er habe die Hoffnung, dass der Wegebau im Jahr 2020 begonnen werden könne, sagte Weindl. Aber der Naturschutz stemme sich gegen das Projekt. Kritisch sah der CSU-Rat das neue Konzept, das viel Geld koste. Er verwies auf die Planungen des Staatlichen Bauamts in Weilheim für neue Radwege entlang der Bundes- und Staatsstraßen. Auch halte er nichts davon, eine Leader-Förderung zu beantragen. "Leader ist ein Bürokratiemonster", erklärte Weindl. Der Landkreis bekomme kein Geld aus diesem Programm, sobald der Freistaat zuständig sei für den Wegebau.

Es gehe vorerst nur um ein Konzept und nicht schon um den Bau der Radwege, beschwichtigte der Landrat. Dieses sei "absolut wichtig". Beide Ausschüsse schlossen sich seiner Meinung an. Das Konzept wurde einstimmig beschlossen. Im Vordergrund stehen sollen wichtige Verbindungen für Pendler und Auszubildende zu zentralen Arbeitsstätten oder Gewerbegebieten, für Schüler zu den Schulen, aber auch Wege für Einkaufsfahrten und Freizeitaktivitäten. Berücksichtigt werden in der Studie ebenfalls die Anbindungen an Bahn und Bus.