Auftritt beim Wirtefest:"Die Menschen gehen ab - auch im Bierzelt"

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Auftritt beim Wirtefest: Die Band "Merged" bei einer Probe vor dem Auftritt: v.li.: Armin Kolomyczuk, Marcus Reiners, Laura Dessel, Eduard Schweighardt.

Die Band "Merged" bei einer Probe vor dem Auftritt: v.li.: Armin Kolomyczuk, Marcus Reiners, Laura Dessel, Eduard Schweighardt.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Grunge altert nicht, findet Eduard Schweighardt von der Geretsrieder Band "Merged".

Von Arnold Zimprich, Wolfratshausen

Die junge Geretsrieder Band Merged erweitert die Musikszene im Landkreis um eine vom Grunge inspirierte Combo. Am Samstag tritt sie beim dritten Wolfratshauser Wirtefest auf. Bandleader Eduard Schweighardt (23), der Bass und Klavier bedient, was die Zuhörer erwartet und warum ein Musikstil aus den Neunzigern nicht alt wird.

"Merged" hat sich aus einer Schulband formiert. War klar, dass es nach der Schule weitergehen würde?

Eduard Schweighardt: Das hat sich ganz natürlich entwickelt, da wir angefangen hatten, uns auf musikalische Art und Weise zu kennen und zu verstehen, wir hatten einfach Lust auf mehr!

Sie bedienen sich aus einem Repertoire von Nirvana bis zu den Gipsy Kings, von AC/DC bis zu den Arctic Monkeys. Ist Merged eine reine Coverband?

Wir sind gerade in einer Findungsphase, versuchen herauszubekommen, wo die Grenzen bei jedem Einzelnen von uns liegen. Nach dem Wirtefest wollen wir verstärkt an eigenen Songs arbeiten. Einer davon könnte vielleicht dieses Jahr noch erscheinen.

Merged beruft sich auch auf den Musikstil Grunge, also auf Bands wie Nirvana und Pearl Jam aus den Neunzigern. Was fasziniert Sie am Grunge?

Das Zusammenspiel zwischen dem meist industriell, mächtig und roh klingenden Sound und den oft sehr tiefgründigen Texten. Besonders gefällt uns dabei, dass die Musik nicht altert und immer noch Menschen dazu abgehen - sogar in einem Bierzelt!

Sind Sie sich in der Band immer einig?

Natürlich nicht immer - zumindest anfangs. Allerdings empfinde ich die Interaktion in der Band immer als eine Art Beziehungsverhältnis. Und zu jeder Beziehung gehören auch Diskussionen und Streitigkeiten, die sich aber immer recht schnell aus dem Weg schaffen lassen.

Wie schaffen Sie es, eine Gruppe junger Leute, die alle ihren eigenen Weg gehen, als Band zusammenzuhalten?

Wir haben das Projekt als Gemeinschaft gestartet und werden es auch so weiterführen. Diese Verbundenheit zeigt sich auch auf der Bühne, denn dadurch, dass man sich lange kennt, weiß man, wie jeder einzelne tickt und wo die Stärken und Schwächen liegen. Zusätzlich reden wir regelmäßig über unser "gemeinsames Baby" und die Gedanken und Sorgen der Einzelnen, um zu verhindern, dass größere Diskussionen oder Streitigkeiten entstehen.

Wie oft wird geübt?

Wir versuchen uns einmal die Woche zu treffen. Ob dann allerdings gejammt, geprobt oder ein Song geschrieben wird, hängt von vielen Faktoren ab.

Die Geretsrieder Musikszene hat schon einige vielversprechende Talente hervorgebracht - zum Beispiel The D.C. Alcodas oder die Sprösslinge der Familie Vollmer. Wie sieht Ihr Traum als Musiker aus?

Ich denke, das ist wie beim Fußball. Kein Kind oder Jugendlicher im Verein träumt nicht einmal davon, Profifußballer zu werden. Genauso ist das bei uns mit der Musik. Aber wir sind da ganz locker. Wir schauen, was auf uns zukommt, welche Türen sich für uns öffnen und worauf wir Lust haben.

Merged spielt beim Wolfratshauser Wirtefest am Samstag, 17. September, im Gasthof zur Post in Waldram von 18 bis 20 Uhr und von 21 bis 23 Uhr. Insgesamt gibt es in 17 Cafés und Kneipen ein Live-Programm mit bekannten und neuen Bands. Der Eintritt ist frei. Das Programmheft liegt in allen teilnehmenden Gaststätten und im Bürgerbüro der Stadt Wolfratshausen aus. Zwei Shuttlebusse starten zur vollen und halben Stunde am Marienplatz.

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