Mein Tag:Der Schlüssel fürs Soziale

Mein Tag: Ann-Kathrin Güner.

Ann-Kathrin Güner.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Ann-Kathrin Güner vereint Beruf und politisches Amt

Von Felicitas Amler

Der Steiner Ring 159 ist nicht gerade die bekannteste Adresse in Geretsried, aber es ist eine für das soziale Leben wichtige: der Sitz der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA) der Diakonie Oberland. Seit 1. Juni ist Ann-Kathrin Güner () dort für die Sozialberatung im nördlichen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zuständig. Und am Dienstag hat die 34-jährige gelernte Erzieherin, die gerade ihren Bachelor als Sozialpädagogin gemacht hat, offiziell den Schlüssel zum Haus bekommen. Der Weilheimer Diakonie-Geschäftsführer Stefan Helm überreichte ihn symbolisch aus Brezenteig gebacken.

Güner, die in Geretsried Stadträtin der Freien Wähler ist, sagte, sie sei "in ein beseeltes Haus gekommen". Neben der Sozialberatung sind dort die Kindertagesstätte der Diakonie und die ökumenische Erziehungsberatungsstelle der Caritas untergebracht. Daraus ergeben sich nach Ansicht aller drei Stellen Synergien. "Manche Familien brauchen einfach Unterstützung", sagte Kita-Leiterin Jutta Michel am Dienstag, da sei es angenehm, die Leute einfach über den Gang zu Güner schicken zu können.

Die Sozialpädagogin sagt, ihre neue Stelle biete ihr, "genau das, was ich gern machen wollte". Sie begleite Menschen in unterschiedlichen prekären Situationen "wie ein Navigator durch die Soziallandschaft". Ihre Gespräche könnten mit der Unterstützung bei einem Antrag auf Arbeitslosen- oder Wohnungsgeld beginnen, dann aber zu tieferliegenden Problemen vordringen. Ihre Erfahrung sei: "Der Antrag muss erledigt sein, dann bricht oft etwas auf, weil der Druck weg ist, dann kommen die Leute ins Reden." Denn außer den Schwierigkeiten mit der Bürokratie gebe es oft noch andere Sorgen.

Ihre Entscheidung für den sozialen Beruf und das politische Ehrenamt sei sehr bewusst gewesen, sagt Güner. "Ich wollte eine Art Mandat übernehmen." Denn politisch werde, wenn auch unbeabsichtigt, "schnell etwas übersehen". Aber gerade Menschen, die sozial unter Druck stünden, hätten meist keine Möglichkeit auf politische Teilhabe. Ihnen will die Sozialpädagogin im Geretsrieder Stadtrat eine Stimme geben.

www.diakonie-oberland.de/beratungkirche.html

© SZ vom 23.06.2021
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