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Mein Festival:Mit heißer Nadel gestrickt

Harry Rosenkind.

(Foto: Privat/oh)

Künstlermanager Harry Rosenkind bringt Leben ins "Merkurdrome"

Protokoll von  S. Schwaderer, Wolfratshausen

Entertainment ist sein Geschäft. Mehr als 40 Jahre lang spielte Harry Rosenkind ( Schlagzeug in der Münchner Progressive-Rock-Band Sahara. In den Achtzigerjahren brachte er die Italo-Welle in Schwung. Vor etwa vier Wochen bekam er einen Anruf von Stefan Eckardt, dem Pächter und Veranstalter des "Merkurdrome" im Wolfratshauser Gewerbegebiet. Gemeinsam haben die beiden in kürzester Zeit ein Festival aus dem Boden gestampft, dem es bislang nur an einem mangelt: Publikum.

"Normalerweise dauert es etwa ein Jahr, ein solches Festival zu organisieren. Wir haben uns drei Wochen gegeben. Unser Motto: Künstler Back on Stage im Merkurdrome. Die Idee war es, den gesamten Juli über an Wochenenden ein Open-Air-Programm für Erwachsene und Kinder zu bieten. Ich kenne diese Halle seit etwa einem Jahr - sie ist irre. Es gab auch schon Planungen für das Frühjahr, aber die wurden von Corona über den Haufen geworfen. Anfang Juni hat Stefan Eckardt mich dann angerufen und gesagt: Wir könnten Open-Air-Veranstaltungen machen. Ich war sofort dabei. Er hat die Location, ich habe die Kontakte. Also habe ich mich hingesetzt und angefangen, Künstler zu akquirieren.

Das Ganze ist schon mit heißer Nadel gestrickt. Aber die Resonanz der Künstler ist einfach überwältigend. Von Vorteil war für mich natürlich, dass man die Leute derzeit zu Hause erreicht. Niemand ist auf Tournee - und alle haben große Lust zu spielen. Wir bekommen laufend neue Zusagen, weshalb sich das Programm auch noch fortwährend ändert. Wir bieten den Künstlern eine professionelle Location mit einer super Bühne und allem an Technik, was man braucht. Sie müssen nur ihre Instrumente einpacken und spielen.

Die Open-Air-Konzerte finden vor der Eingangshalle auf dem großen Parkplatz statt, die Bühne und ein Teilbereich für die Zuschauer sind überdacht. An Freitagen und Samstagen, manchmal auch unter der Woche, gibt es Musik: Klezmer, Blues, Pop, Rock, Punk und Bayern-Folk. Und an den Sonntagen ist nachmittags etwas für Kinder geboten. Das war mir ein ganz großes Anliegen. Die Kinder hatten ja auch ihre Probleme mit Corona. Jetzt sollen auch sie mit ihren Eltern mal rausgehen und Spaß haben dürfen.

Das einzige Problem, das wir haben, ist es, die Leute aus ihren Wohnungen zu locken. Bei Massel Tov am vergangenen Samstag waren gerade einmal 20 Gäste da. Dabei sind Massel Tov wirklich Spitze. Und sie haben gespielt, als stünden tausend Leute vor der Bühne."

"Künstler Back on Stage im Merkurdrome", das vorläufige Programm: Freitag, 10. Juli: Gaudibox; Samstag, 11. Juli: Ludwig Seuss und Band; Sonntag, 12. Juli: Csaba Gál und das Kindertheater Küken spielen "Der Ritter und der kleine Floh"; Donnerstag, 16. Juli: Bonny Tones; Freitag, 17. Juli: Zweckinger; Samstag, 18. Juli: The Clouds Munich; Sonntag, 19. Juli: Störtebüker aus Berlin - Musik und Performance für Kinder; Samstag, 25. Juli: Zwanzich15; Sonntag, 26. Juli: Störtebüker und Diana Burger. Das Kinderprogramm beginnt jeweils um 15 Uhr, Kinder bis zehn Jahre haben freien Eintritt, Begleiter zahlen 8 Euro. Die Abendvorstellungen beginnen um 20 Uhr, Einlass 19 Uhr, der Eintritt kostet 16,50 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühren. Es gelten die allgemeinen Hygieneregeln. Karten gibt es ausschließlich über München Ticket, sie müssen selbst ausgedruckt oder auf dem Smartphone gespeichert werden. Wegen der behördlichen Corona-Vorschriften gibt es keine Abendkasse. Ausführliche Informationen zum Festival-Programm unter merkurdrome.de; die Seite wird fortlaufend aktualisiert

© SZ vom 10.07.2020

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