Mehr Platz für die Kleinen:Icking verdoppelt Krippenplätze

Wegen wachsenden Bedarfs soll das Kinderhaus am Wenzberg von zwei Gruppen mit 24 Plätzen auf vier Gruppen erweitert werden. Nur wie es aussehen soll, ist noch fraglich.

Von Claudia Koestler

Die Gemeinde Icking muss die örtliche Kinderkrippe am Wenzberg erweitern. Doch wie der Bau aussehen soll, darüber entstand am Donnerstag im Gemeinderat Verwirrung. Zwischenzeitlich lagen so viele Varianten vor, dass bei den Abstimmungen keiner mehr wusste, um welche es sich nun handelt - und ob die Gemeinderäte sich für einen oder auch für mehrere Vorschläge entscheiden konnten. Nach mehr als einer Stunde durchschlug Geschäftsleiter Stefan Fischer den gordischen Knoten, in dem er den konfusesten Teil der Abstimmungsergebnisse strich. Schließlich hatte sich zu Beginn noch eine deutliche Mehrheit zumindest in einem Punkt abgezeichnet, die nun die Richtung für das weitere Vorgehen vorgibt: Die Gemeinde strebt für den Erweiterungsbau eine Mittellösung an zwischen einer L-Form und einer lang gestreckten Ausrichtung. Außerdem votierten die Gemeinderäte dafür, dass der Erweiterungsbau unterkellert werden soll. Ein Arbeitskreis aus Vertretern der Fraktionen, des Elternbeirats und der Johanniter soll sich mit der Detailplanung auseinandersetzen.

Neue Kinder aus der Gemeinde werden von September an keinen Betreuungsplatz in der Ickinger Krippe haben, trotz ihres Rechtsanspruchs. 24 Kinder können am Wenzberg derzeit in zwei Gruppen betreut werden. Die aktuellen Zahlen belegen einen steigenden Betreuungsbedarf, nämlich 40 Plätze, was 3,4 Gruppen entspräche. Deshalb hatten die Räte einstimmig die Erweiterung für zwei Gruppen beschlossen.

Allerdings gibt es zahlreiche Aspekte zu bedenken: "Es gibt klare Wünsche der Krippenverantwortlichen und des Elternbeirats. Die Frage ist aber auch, wie wirkt der Bau im Raum und wie wird es für die Nachbarn sein", gab Claudia Roederstein (UBI) anfangs zu bedenken. Für sie sei es wichtig, dass der Spielplatz möglichst groß werde, aber auch die Lichtverhältnisse müssten berücksichtigt werden. "Ich kann auch die Nachbarn verstehen, dass sie eine L-Form bevorzugen würden, weil ihnen so etwas vom Bergblick bleibt. Aber wir müssen allen gerecht werden", sagte sie.

Christian Mielich (SPD/Grüne) hingegen forderte: "Mehr Freiheit im Denken!" Er schlug deshalb eine runde Form des Baukörpers vor oder ein Pultdach: "Damit sparen wir uns einen Meter in der Höhe und schenken den Nachbarn die Sicht aufs Kreuz vom Wendelstein." Otto Güllich (Ickinger Initiative) warf ein, man solle den Baukörper nicht gerade bauen, sondern geknickt, um die gewünschte Lage zu erreichen.

Letztlich aber blieb es bei der Grundsatzentscheidung für einen Erweiterungsbau, der irgendwo zwischen den zwei Vorschlagsextremen positioniert werden soll: entweder mit dem Bestandsgebäude ein L zu bilden oder dieses als Linie fortzusetzen. Einzelheiten werden ausgearbeitet.

© SZ vom 01.08.2017
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