Als Max Frey im Jahr 1984 in den Tölzer Stadtrat gewählt wurde, bekam er von seinem Ratskollegen Bruno Egger nicht gerade Ermutigendes zu hören. "Jetzt is' gut, jetzt gehörst' auch zu den Arschlöchern", sagte Egger. Aber der neue Mandatsträger der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) ließ sich nicht irritieren. Max Frey saß fast drei Jahrzehnte lang im Stadtrat, nahm an etwa 800 Sitzungen des Ratsplenums und der Ausschüsse teil, war Beauftragter für die Schulen und in sechs Beiräten, Komitees und Ausschüssen vertreten. Nun ist er nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren gestorben.
Frey gehörte zu den wenigen Stadträten, die einst für den Erhalt der damals sanierungsbedürftigen Franzmühle an der Salzstraße kämpften und ihren stadtbildprägenden Charakter erkannten. Er setzte sich 2004 dafür ein, dass der Deutsche Orden die ehemalige Kurklinik Waldherr im Kurviertel in ein Suchtberatungszentrum umgestalten durfte. Der gelernte Metzger, Innungsmeister und Berufsschullehrer gehörte zu den Mitbegründern der FWG, war stets einer ihrer Stimmenfänger und wurde von der Tölzer Bevölkerung geschätzt. Dies zeigte auch die Kommunalwahl 2008, als er das viertbeste Ergebnis aller Stadträte einfuhr. Zu seinen Hobbys zählten vor allem Reisen, die ihn rund um den Globus führten.
2013 wurde Max Frey die silberne Bürgermedaille der Stadt Bad Tölz verliehen. Der damalige Bürgermeister Josef Janker (CSU) hob in der Feierstunde hervor, dass Frey nie ein Lobbyist gewesen sei: "Du warst das Gegenteil von stromlinienförmig und hast, soweit ich das beurteilen darf, immer nur dann, wenn du auch selbst davon überzeugt warst, fraktionskonform entschieden."

