Gewässerökologie:Schutzkonzept für die Loisach

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Gewässerökologie: Die Loisach, hier die Ausmündung aus dem Kochelsee, soll wieder in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden.

Die Loisach, hier die Ausmündung aus dem Kochelsee, soll wieder in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Bis 2027 soll der Fluss in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden. Die Maßnahmen dafür sind beim Wasserwirtschaftsamt Weilheim online einsehbar.

Von Veronika Ellecosta, Bad Tölz-Wolfratshausen

Seit mehr als 100 Jahren wird die Loisach von Menschenhand reguliert. Etwa, um Siedlungen vor Hochwasser zu schützen, Verkehrswege zu bauen, Stammholz Richtung München zu flößen und Energie zu gewinnen. Die Verbauungen sind am Fluss nichts spurlos vorbeigegangen: In der Folge ging Lebensraum verloren, ganze Arten verschwanden aus dem Gewässer. Zu diesem Ergebnis kam die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die seit 2000 EU-weit in Kraft ist und deren erklärtes Ziel es ist, alle Flüsse, Seen, Küstengewässer und das Grundwasser bis zum Jahr 2027 in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Wie das Wasserwirtschaftsamt Weilheim mitteilt, ergaben die Untersuchungen im Abschnitt der Loisach zwischen Kochelsee und Isar einen nur "mäßig ökologischen" Zustand. Grund hierfür sind fehlende Fischarten und die vergleichsweise mäßig ausgeprägte Altersstruktur bei der vorhandenen Fischfauna - ein Merkmal, das für deren Fortpflanzung besonders wichtig ist.

Somit ist die Loisach direkt betroffen von den Zielvorgaben für 2027. Damit sich der Zustand in dem Fließgewässer bessert, hat die WRRL konkrete Maßnahmen formuliert: In der Loisach sollen Fischlebensräume entwickelt, die biologische Durchgängigkeit des Fließgewässers soll verbessert werden. Ist diese gegeben, können Fische und Kleinlebewesen stromauf- und abwärts ungehindert zwischen Nahrungs-, Laich- und Rückzugslebensräumen wandern.

Das Wasserwirtschaftsamt hatte die Aufgabe, die Maßnahmen des WRRL zu konkretisieren. Dafür hat die Behörde ein Umsetzungs- und ein Gewässerentwicklungskonzept entwickelt. In diesen Konzepten seien gezielte Maßnahmen enthalten, wie der Ausbau und der Erhalt des Gewässers ökologisch gestaltet, sowie das Gewässer erhalten und ökologisch verbessert werden könne, damit es sich erholt. Beide Konzepte seien rechtlich unverbindlich, teilt das WWA Weilheim mit. Das Gewässerentwicklungskonzept sei mit der Regierung von Oberbayern, den Landratsämtern und der Fischereifachberatung abgestimmt worden. Verbände, Vereine, Bürgerinnen und Bürger können bis 21. Dezember die Konzepte auf der Homepage des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim (www.wwa-wm.bayern.de ) einsehen und zum Maßnahmenkatalog Stellung beziehen.

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