Für die Sanierungsmaßnahmen am Loisach-Isarkanal in der sogenannten Geltinger Kurve hat das Unternehmen Uniper in den Uferzonen Bäume fällen lassen und wird dort auch keine neuen Exemplare nachpflanzen. Die Ökologie spiele selbstverständlich eine „führende Rolle“, teilt Lars Pappert von der Uniper Kraftwerke GmbH auf Nachfrage Ende April mit. „Die Sanierung eines Kanals muss aber auch technisch machbar, langfristig sicher und normgerecht sein.“ Um am Kanal kontrollieren und Unterhaltsmaßnahmen vornehmen zu können, müssten die sanierten Zonen einsehbar und zugänglich sein.
„In den Bereichen mit Voll-, beziehungsweise Teilauskleidung durch Tondichtbahnen darf daher keine Bepflanzung vorgenommen werden, die diese neue Dichtung durchwurzeln und damit zerstören würde“, so Pappert. Dies würden auch einschlägige Normen und Richtlinien vorschreiben. Für die gefällten Gehölze zwischen den Adressen Am Kanal 30 sowie am Unterfeldweg 2a habe Uniper bereits Ausgleichspflanzungen vorgenommen. Dafür habe das zuständige Wasserwirtschaftsamt dem Unternehmen an der Loisach in Gelting Flächen bereitgestellt.
Mithilfe von Tondichtbahnen soll auch das nordöstlich anschließende Kanalufer bis zur Brücke an der Bundesstraße 11 saniert werden. Laut Pappert habe es dort noch keine „Gehölzfreistellung“ gegeben. Gerodet werden könnte noch im Herbst 2025. Das stehe aber noch unter Vorbehalt und sei nicht sicher. „Ziel ist insgesamt, dass Ende 2026 wieder Wasser im Kanal fließen könnte“, so Pappert.
Weil der Loisach-Isarkanal Lecks hatte, waren Grundstücke in Gelting im Dezember 2023 durch Hochwasser überschwemmt worden. Gegen die Rodungen im Zuge der Sanierungsmaßnahmen protestieren Anwohner. Vonseiten der Stadt Geretsried heißt es, dass die Kommune das Ziel der Anlieger unterstütze, am Kanal im Bereich des Unterfeldwegs naturnah wieder zu bepflanzen. Im Verfahren sei die Stadt aber nicht eingebunden. Das Landratsamt habe eine Abstimmungsrunde kürzlich abgesagt, die nun voraussichtlich Anfang Mai stattfinden solle.
Magerrasen sei ein für viele Insekten attraktiver Lebensraum, so Pappert
Von einer „vordergründig geführten Diskussion einiger Personen über ökologische Defizite“ spricht Pappert vom Unternehmen Uniper. Die Debatte laufe unter anderem deshalb ins Leere, weil die Bepflanzungen der fraglichen Bereiche mit ökologisch wertvollem Magerrasen erfolge. So entstehe für eine Vielzahl von Insekten und Kleinstlebewesen ein wichtiger und attraktiver Lebensraum. Den Belangen der Ökologie sei somit Rechnung getragen, so Pappert. Zudem seien die geplanten Nachpflanzungen an Stellen, die im Zuge des landschaftspflegerischen Begleitplans in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt und der Stadt Geretsried festgelegt werden, ökologisch wertvoll.

