Die laufenden Sanierungsarbeiten am Loisach-Isar-Kanal (LIK) sind bei Teilen von Anwohnern und in der Wolfratshauser Kommunalpolitik hochumstritten. Das Betreiberunternehmen Uniper ließ von der Geltinger Kurve bis zur Brücke über die Bundesstraße 11 Bäume und Gebüsch entfernen. Seitdem gleicht der Kanal bis dorthin mehr oder weniger einer Schotterwüste. Zwischen den Stadtteilen Farchet und Waldram stehen die Sanierungsarbeiten noch aus.
Zum Schutz und Erhalt des ökologisch wertvollen Lebens- und Erholungsraums in diesem Abschnitt begann die Wolfratshauser Liste im Kommunalwahlkampf, Unterschriften zu sammeln. Unmittelbar vor Pfingsten übergab Stadtrat Manfred Fleischer, der für die Gruppierung als Bürgermeisterkandidat angetreten war, dem CSU-Landtagsabgeordneten Björn Jungbauer eine Petition, die mehr als 560 Personen unterzeichnet haben. Damit muss sich nun der entsprechende Fachausschuss im Parlament beschäftigen, und die Staatsregierung muss zum Thema Stellung nehmen.
Wie die Wolfratshauser Liste bei der Petition vorging, brandmarkte Hans Schmidt (Grüne), der bis zur Kommunalwahl Umwelt- und Klimareferent im Stadtrat war, als „pure Demagogie“. Er verwies darauf, dass das Unternehmen Uniper mehrmals intern und öffentlich verlauten ließ, dass die gesamte Ufervegetation des Kanals zwischen Farchet und Waldram nicht angegriffen, sondern nur die Kanalsohle in diesem Bereich mit Bentonitpulver abgedichtet werde.
Aus Sicht von Uniper fehlt der Petition jede Grundlage
Wie dies am besten funktioniert, testet Uniper aktuell an der Sohle der sogenannten Kanalaufweitung östlich der Geltinger Kurve. Ein schwimmender Ponton kommt zum Einsatz, um die ideale Methode zum Einbringen von Bentonit herauszufinden. Im Vorfeld erklärte Uniper-Sprecher Theodoros Reumschüssel, dass der Petition der Wolfratshauser Liste aus Unternehmenssicht jegliche Grundlage fehle. Im Abschnitt zwischen Farchet und Waldram würden Rodungen unterstellt, die nie geplant gewesen seien und nicht stattfänden.
Am Kanal kam es im Jahr 2023 zu Überschwemmungen, weil dieser undicht geworden war. Das ist der Grund für die Sanierungsarbeiten. In den Abschnitten bis zur Brücke über die B 11 sollen neu verlegte, sogenannte geotextile Dichtungsbahnen verhindern, dass erneut Wasser austritt. An den Böschungen will Uniper Magerwiesenarten ansäen. Kiesflächen am Rand sollen Zauneidechsen ein Habitat geben, neu angepflanzte Hainbuchen-Heister als Ersatz für die gefällten Bäume dienen.
Von einer „Heimsuchung“ für Natur und Landschaft hatte dagegen Fleischer bereits bei einer Stadtratssitzung Ende 2025 gesprochen. Mit ihrer Petition fordert die Wolfratshauser Liste „Hände weg vom Kanal zwischen Farchet und Waldram“.

