Lob für die Bürgermeisterin Icking treibt Glasfaserausbau voran

Lob vom Ausschuss für Margit Menrad.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Das Projekt soll bald beendet sein. Finanz- und Planungsausschuss diskutiert über die Nordzufahrt nach Schlederloh

Von Susanne Hauck, Icking

Wenn die Straßensanierung von Schlederloh so viel Geld kostet, sollte man dann nicht einfach die Zufahrt sperren? Mit ihrem provokanten Vorschlag entfachte Gemeinderätin Lisa Häberlein (SPD/Grüne) im Finanz- und Planungsausschuss eine Diskussion über den Standard der Verkehrswege in dem kleinen Ickinger Ortsteil Schlederloh, dessen Handvoll Häuser im Außenbereich liegt. Erschlossen wird Schlederloh von zwei Zufahrten, die nördliche ist mit Schlaglöchern übersät und soll deshalb für 140 000 Euro hergerichtet werden. Ein Haufen Geld für die Gemeinde, fand Häberlein, vor allem weil seit Wegfall der Straßenausbaubeiträge (Strabs) die Anlieger nicht mehr zur Kasse gebeten werden. Sie regte an, die Nordzufahrt zu schottern und zu sperren und nur noch die Südzufahrt nach Schlederloh offen zu halten. Auf den Einwand Bürgermeisterin Margit Menrads (UBI), dass der Schulbus nicht wenden könnte, parierte sie mit der Empfehlung, die Bushaltestelle vor zur B 11 zu verlegen. Der lange Weg sei den Schulkindern nicht zuzumuten, fand die Bürgermeisterin, die den Gemeinderat abstimmen lassen will: "Wenn die Mehrheit dafür ist, dass die Südzufahrt reicht, dann machen wir die Nordzufahrt zu." Menrad machte keinen Hehl daraus, dass sie die Sanierung zügig angehen will: "Wir haben zig Jahre kein Geld mehr reingesteckt."

Im Ausschuss stellte Kämmerer Stefan Fischer den Haushaltsentwurf vor. Vor allem will die Gemeinde ihre zwei Großprojekte weiterführen beziehungsweise abschließen. Die Erweiterung der Krippe ist mit 1,5 Millionen Euro angesetzt. Die Tiefbaukosten für die Glasfaser schlagen mit 1,25 Millionen Euro zu Buche. Die Teuerung von 150 000 Euro kommt durch die höhere Zahl der Hausanschlüsse zustande. Menrad rechnet damit, dass das Glasfaserprojekt im Sommer abgeschlossen sein wird.

Nur noch vier von anfangs 42 Kilometern Hauptleitung sind zu verlegen, ergänzte Fischer, noch nicht so weit ist man bei den Hausanschlüssen: 400 sind fertig, weitere 560 muss Anbieter Vodafone noch freischalten. Insgesamt 5,6 Millionen Euro habe die Gemeinde bis jetzt für den Glasfaserausbau investiert, sagte Fischer und verwies darauf, dass dies ohne die Aufnahme von Krediten ermöglicht wurde. Dafür gab es Lob aus den Reihen der Ausschussmitglieder. "Für so eine kleine Gemeinde ist es enorm, was seit Jahrzehnten erwirtschaftet und wieder investiert wurde", unterstrich Alfred Vogel (Ickinger Initiative).

Schon lange im Gespräch ist die Umgestaltung der B 11 mit Querungshilfe, Gehweg vom Rathaus zum Wenzberg und Aufweitung der Straße beim Supermarkt sind 400 000 Euro veranschlagt. Für die Unterbringung der durch den Reitschulen-Brand wohnungslos gewordenen Männer will die Gemeinde Container oder Holzständergebäude errichten (100 000 Euro). Die Feuerwehr bekommt neue Atemschutzgeräte (37 000 Euro). Die Grundschule Icking wünscht sich für moderneren Unterricht Koffer mit i-Pads, außerdem müssen noch restliche Klassenzimmer mit elektronischen Tafeln ausgerüstet werden (23 000 Euro). Wieder angehen will die Gemeinde außerdem die Sanierung der Schulturnhalle, im Haushalt sind 80 000 Euro Planungskosten dafür angesetzt. In Irschenhausen soll es einen neuen Kinderspielplatz geben (22 000 Euro). Bei Fischers Zahlenwerk kam Freude auf, auch wenn es noch vorläufig ist, denn verabschiedet wird der Haushalt erst vom Gemeinderat. Voraussichtlich knapp 1,4 Millionen Euro können wegen günstiger Steuerentwicklung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt zugeführt werden, für den Kämmerer ein "traumhaftes Ergebnis, das es so noch nie gegeben hat". Er rechnet damit, dass der Gesamthaushalt 13,5 Millionen Euro umfasst, davon entfallen 8,9 Millionen auf den Vermögens- und 4,6 Millionen auf den Verwaltungshaushalt. Die Erweiterung der Krippe soll mit einem Kredit von zwei Millionen Euro finanziert werden.