Rundfahrt mit Apell:Weniger Licht!

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Rundfahrt mit Apell: Rudi Seibt misst die Helligkeit der neuen Laterne in der Berggasse. Er fordert, die Straßenbeleuchtung zu dimmen.

Rudi Seibt misst die Helligkeit der neuen Laterne in der Berggasse. Er fordert, die Straßenbeleuchtung zu dimmen.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Grünen-Stadtrat Rudi Seibt hält die neue Wolfratshauser LED-Straßenbeleuchtung für viel zu hell.

Von Eva Brandl, Wolfratshausen

Im Sinne des Klimaschutzes rüsten die Städte gerade ihre Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Lampen um. Wolfratshausen ist Vorreiter im Landkreis, fast überall im Stadtgebiet leuchten schon die neuen Lampen. Das freut auch die Grünen. Deren Stadtrat Rudi Seibt ist das neue Licht jedoch zu hell. Um das zu demonstrieren und das "grelle, blendende Licht", wie er es nennt, aufzuspüren, fuhr Seibt am Dienstagabend mit Fraktionskollegen und einigen Interessierten auf dem Rad durch Wolfratshausen.

Obwohl der Grünen-Stadtrat die Umstellung auf LED grundsätzlich begrüßt, wird sie aus seiner Sicht "fachlich nicht korrekt betrieben". Das Problem sieht Seibt in der Auswahl der Lampen und deren Helligkeit. Letztere sei um ein Vielfaches zu hoch. Sie überschreite etwa die für Notbeleuchtung vorgeschriebene Beleuchtungsstärke von einem Lux um das 20 bis 30-fache. Dies habe zur Folge, dass Bürger nachts in ihren Häusern von unangenehmer Lichteinstrahlung beeinträchtigt würden, so Seibt. Die Betroffenen könnten dadurch Schlafstörungen und sogar gesundheitliche Schäden erleiden.

Im Wolfratshauser Stadtgebiet hat Seibt gleich mehrere Orte ausfindig gemacht, an denen die Überbeleuchtung zu beobachten sei. "Ganz aktuell wurde offensichtlich am Anwohnerweg in der Berggasse großartig gesündigt", sagt der Ingenieur. Aber auch der Moosbauerweg sowie weitere "Fehlstellen", wie Seibt sie nennt, seien seit längerer Zeit viel zu hell beleuchtet.

Mit seiner "Lichtrundfahrt" hofft der Stadtrat, das Thema Lichtverschmutzung populärer zu machen. Die Stadt müsse sich bei der Beleuchtungsstärke am unteren Rand des Normbereichs orientieren und die Helligkeit der Straßenlaternen reduzieren, fordert er. Zudem schlägt Seibt vor, das Licht in der Nacht von einer festgelegten Uhrzeit an komplett abzuschalten oder zumindest stark zu dimmen. "Ich sehe hier nie jemanden abends um zwölf herumlaufen", sagt er. Und für die wenigen Einzelfälle lohne sich eine derart grelle Straßenbeleuchtung wie derzeit üblich nicht.

Sein Anliegen will Seibt nun mit einem Antrag im Stadtrat durchsetzen. Der Zweite Bürgermeister Günther Eibl (CSU), der derzeit die Geschäfte im Rathaus führt, sieht das Problem jedoch eher in einer "subjektiven Wahrnehmung" Seibts. Die neue Wolfratshauser Straßenbeleuchtung sei normgerecht, erklärt Eibl. Beschwerden seien im Rathaus bisher nicht eingegangen.

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