bedeckt München 22°

Leserbriefe:Leserbriefe

Zu "Petition für Klinikerhalt" vom 9. Juni und "Gewagte Zahlenspiele" vom 14. Juni:

Es ist schon sehr dreist von der Kreisbehörde und Behördensprecherin Marlis Peischer, der Wolfratshauser CSU zu den Bilanzergebnissen der Kreisklinik folgendes vorzuwerfen: "Tut sich schwer, das große Ganze zu erfassen".

In der Kämmerei gilt der Grundsatz von Wahrheit und Klarheit. Dazu zählt, dass man nicht Birnen und Äpfel zusammenzählt. Ich will damit klarstellen, dass man zum einen nur die Ergebnisse der Kreisklinik darstellt und zwar ohne die Ergebnisse des Kreispflegeheims Lenggries.

Und wenn man dann die beiden Ergebnisse miteinander vergleicht, stimmt wiederum das Ergebnis, das von Herrn Eibl errechnet wurde von minus 656 000 Euro, die dem Kreispflegeheim Lenggries zuzurechnen sind. Das heißt auch, dass das Defizit der Wolfratshauser Kreisklinik seit 2013 8,945000 beträgt, als circa eine Million Euro weniger.

Ich denke, jetzt liegt der schwarze Peter bei der Kreisbehörde und Frau Peischer sollte sich entschuldigen.

Als Ex-Kreisrat seit 1990 und Ex-Aufsichtsrat der Kreisklinik sind die Bilanzen der Kreisklinik die einzigen Unterlagen, die ich aufgehoben habe.

Gerhard Hasreiter, Geretsried

Plakative Zahl

Nachgeschobenes Argument

Zum selben Thema:

Das Landratsamt kritisiert, dass die CSU Wolfratshausen sich schwer tue, das große Ganze zu erfassen, indem sie Landrat Niedermaier nachweist, Zahlen sehr ungenau zu verwenden.

Wortreich und detailgenau lässt Landrat Niedermaier seine Zahlen erklären, wobei zusammengefasst nichts eingestanden wird, als dass er die Defizite der Kreisklinik Wolfratshausen und des Pflegeheims Lenggries zusammengezählt hat.

Dies, obwohl der Betrieb von Kreisklinik und Pflegeheim nichts miteinander zu tun haben, als dass der Landkreis beide Einrichtungen in einer Firma zusammengelegt hat. Aber nur so lässt sich wohl die plakative Zahl von zehn Millionen Euro zustande bringen.

Der Landrat hat den Eindruck erweckt, dass das von ihm genannte Defizit allein von der Kreisklinik stammt. Er hat den Sachverhalt nicht richtig dargestellt. Richtig wär gewesen, gleich zu sagen, was Sache ist, und nicht erst, wenn andere seinen Fehler bemerken.

Ich will nicht spekulieren, warum das geschehen ist. Aber mit Sicherheit handelt es sich um einen handwerklichen Fehler. Er hätte Respekt verdient, wenn er diesen Umstand eingestanden hätte. Nicht gut ist, zu versuchen, mit Müh' und Not sich noch zu rechtfertigen.

Der Landrat hat ebenfalls leider auch versäumt, in diesem Zusammenhang auf das große Ganze hinzuweisen: den Erhalt des Krankenhauses mit der Trägerschaft des Landkreises.

Diese Debatte ist mit Sicherheit kein Ruhmesblatt für Landrat Josef Niedermaier. Durch sein Handeln in dieser Sache verspielt er sehr viel Glaubwürdigkeit und Vertrauen in sein politisches Handeln.

Erwin Falkner, Icking

Zum selben Thema: Landrat Niedermaier erwidert, dass das von ihm ausgewiesene Defizit für das Krankenhaus in Wolfratshausen richtig sei, da dies das Ergebnis der landkreiseigenen eGmbH wäre. In dieser eGmbH sind Krankenhaus Wolfratshausen und das Pflegeheim Lenggries gebündelt.

Für mich ist das ein nachgeschobenes Argument: Wenn er die defizitäre Struktur des Krankenhauses mit der von ihm genannten Zahl (die das Pflegeheim beinhaltet) begründet, warum hat er dann nicht beim Auftrag an die Beraterfirma die Sanierung des Pflegeheims mit eingebaut? Dort ist das Pflegeheim aber außen vor.

Um das Pflegeheim im Süden kümmert sich der Landkreis offensichtlich seit Jahren leidenschaftlich selbst; die Notwendigkeit zur Sanierung des Krankenhauses aber wird unter Einrechnung der Defizite aus Lenggries begründet.

Das ist doch eine eklatante Irreführung und zeigt wieder die immer noch vorhandene Tendenz zur Spaltung des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen auf. Interessanterweise kommt das Störfeuer dabei aber immer aus dem Süden und nicht aus dem Norden.

Wie schnell ein privater Klinikbetreiber einen ganzen Betrieb oder eine defizitäre Abteilung von heute auf morgen schließt, konnten wir mit der Agiroff-Klinik in Berg und in Bad Tölz mit der Geburtenabteilung lernen.

Ein Wort noch zum Defizit von durchschnittlich 500 000 bis 600 000 Euro per annum für den Zeitraum von gut 18 Jahren. Das kostet eine Drei-Zimmer-Wohnung im Nordlandkreis, Herr Landrat, das können wir uns bitte schon noch leisten. Robert Namyslo, Wolfratshausen

© SZ vom 15.06.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB