Lenggrieser Politik:Mehrweg als Marke

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Lenggrieser Politik: Ab 2023 werden Caterer, Lieferdienste und Restaurants verpflichtet, als Alternative zu Einweg- auch Mehrwegbehälter für Speisen und Getränke zum Mitnehmen anzubieten.

Ab 2023 werden Caterer, Lieferdienste und Restaurants verpflichtet, als Alternative zu Einweg- auch Mehrwegbehälter für Speisen und Getränke zum Mitnehmen anzubieten.

(Foto: Sebastian Gabriel)

In der Brauneckgemeinde soll es nach dem Willen der SPD bald ein einheitliches Mehrweg-Verpackungssystem für die Gastronomiebetriebe geben. Ein Schreiben soll nun auf Möglichkeiten hinweisen.

Von Petra Schneider

Seit Corona ist das Problem besonders augenfällig: Massenhaft Verpackungsmüll, der vom Essen to go übrigbleibt. Um der Flut von Einwegplastik Einhalt zu gebieten, sind seit Juli 2021 Plastikgeschirr oder Behälter aus Styropor in der EU verboten. Ab kommendem Jahr werden Caterer, Lieferdienste und Restaurants außerdem verpflichtet, als Alternative zu Einweg- auch Mehrwegbehälter für Speisen und Getränke zum Mitnehmen anzubieten. Die SPD-Fraktion im Lenggrieser Gemeinderat hat das Thema Verpackungsmüll nun aufgegriffen. Sie will erreichen, dass die Gemeinde aktiv auf die Lenggrieser Gastronomiebetriebe zugeht, um eine einheitliche Lösung zu finden und diese "auch angemessen fördert beziehungsweise unterstützt". So heißt es in einem Antrag der SPD-Räte Tobias Raphelt und Sabine Gerg, der Ende Februar eingereicht und nun im Gemeinderat besprochen wurde. Ziel sei es, ein Mehrwegsystem zu schaffen, das es den Kundinnen und Kunden ermögliche, die Behälter "unabhängig vom Betrieb zu nutzen". Die Einführung eines solchen Systems liege freilich in der Hand der Gastronomen und sei nicht Aufgabe der Gemeinde, räumen die Antragsteller ein.

Nach Ansicht der SPD sprechen einige Vorteile für ein einheitliches Mehrweg-Verpackungssystem. So könnten durch die Bestellung größerer Mengen die Kosten für die Betriebe gesenkt werden. Auch die Kunden profitierten davon, weil sie nicht länger unterschiedliche Pfandbehälter anschaffen müssten. Außerdem könnten durch eine einheitliche Gestaltung der Mehrwegverpackungen Werbeeffekte und eine Stärkung der Marke "Lenggries" erreicht werden, was sich vor allem bei größeren Veranstaltungen wie der "Sternennacht" oder dem Christkindlmarkt bemerkbar machen würde. Je einfacher die Umsetzung von Pfandsystemen und je höher der Verbreitungsgrad, desto größer sei die Akzeptanz bei den Kunden - und umso weniger der Verpackungsmüll.

In der Gemeinde hat man sich bereits mit dem SPD-Vorschlag beschäftigt: Wie Geschäftsleiter Tobias Riesch erklärte, stand das Thema in der Aprilsitzung des Wirtschaftsbeirats auf der Tagesordnung. Dabei sei von Vertretern des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) berichtet worden, dass über den Verband bereits eine ähnliche Initiative laufe. So gebe es drei unterschiedliche Ausführungen von Mehrwegbehältern, die von Dehoga-Mitgliedern günstiger erworben werden könnten. "Leider sind nicht alle gastronomischen Betriebe in Lenggries Mitglied bei der Dehoga", sagte Riesch. Auf Anregung des Wirtschaftsbeirats werde die Gemeinde deshalb nun die örtlichen Gastronomen mit einem Schreiben auf die Möglichkeit einer gemeinsamen Beschaffung von Mehrwegbehältern und eines einheitlichen Pfandsystems hinweisen. Außerdem plane der Referent des Gemeinderats für den Bereich Gastronomie, Michael Gascha (FWG), alle Wirte zu einem Diskussionsabend einzuladen.

Riesch verwies auf einen ähnlichen Vorstoß im Landkreis Miesbach: Mit Unterstützung der dortigen Klimaschutzmanagerin wolle ein Unternehmen aus Holzkirchen in Sachen Mehrwegverpackungen eine kreisweite Lösung finden. Im Mai gebe es im Nachbarlandkreis eine Infoveranstaltung, allerdings sei dem Vernehmen nach die Resonanz der dortigen Gastronomen gering. Mit dem geplanten Rundschreiben und der Diskussionsveranstaltung habe man das Thema seitens der Lenggrieser Verwaltung jedenfalls ausreichend behandelt, sagte Riesch. Das sahen offenbar auch die SPD-Antragsteller und die übrigen Gemeinderäte so, die das Vorgehen einstimmig billigten.

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