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Lenggrieser Bürgermeister:Markus Landthaler ist tot

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Markus Landthaler hatte viel vor in seinem neuen Amt, von der Sanierung der "Isarwelle" bis zum Hochwasserschutz. Am Donnerstag ist er einem Herzinfarkt erlegen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Knapp drei Monate nach seiner Wahl erliegt der Lokalpolitiker einem Herzinfarkt

Nicht einmal sechs Wochen hat Markus Landthaler sein neues Amt als Bürgermeister von Lenggries geführt. An Fronleichnam hat ihn zu Hause ein Herzinfarkt aus dem Leben gerissen. Viele in der Gemeinde sind zutiefst bestürzt. Landthalers Stellvertreter Franz Schöttl (CSU) ist die Erschütterung am Telefon anzuhören. Das Rathaus war am Freitag wegen des Todesfalls geschlossen.

"Schnell, unerwartet und ohne vorherige Anzeichen" sei der erst 50 Jahre alte Bürgermeister gestorben, schreibt Schöttl in einer Rathaus-Mitteilung. Die herbeigerufenen Rettungskräfte und die Ärzte im Krankenhaus hätten nichts mehr für ihn tun können. Der Zweite Bürgermeister würdigt das Engagement des Freien Wählers Landthaler. Dieser sei in seinen zwölf Jahren im Gemeinderat immer um Ausgleich bemüht gewesen. "Dies versuchte er auch in seiner kurzen Amtszeit mit dem neuen Gemeinderat weiterzuführen." Genauso hatte sich Landthaler im Gespräch mit der SZ für ein Porträt geäußert, nachdem er sich in einer Stichwahl mit 65,6 Prozent der Stimmen gegen Wolfgang Morlang (Bayernpartei) durchgesetzt hatte. "Streiten habe ich dick", sagte er da. Und dass die Arbeit im neuen Gemeinderat mit Freien Wählern, CSU, SPD und Grünen gut laufen werde: "Das sind ja 24 helle Köpfe."

Landthaler war 33 Jahre lang bei der Polizei beschäftigt, bevor er ins Bürgermeisteramt wechselte; in den letzten zwölf Jahren als Dienstgruppenleiter in Bad Tölz. Salopp sagte er vor seinem Amtsantritt im Rathaus: "Ich bin gern Gendarm." Doch er freute sich auf den neuen Beruf in der 10 000-Einwohner-Gemeinde Lenggries. Er habe sich das gut überlegt, auch wenn er gewusst habe, dass es "nicht unbedingt der ruhigste Job" werde. Ruhe, so sagte er, finde er seit vier Jahren jeweils für einige Wochen auf der Rosssteinalm, wo er Kälber hüte und Käselaibe wende. Für September hatte er sich das wieder vorgenommen.

Die Gedanken des Gemeinderats und aller Beschäftigten, so heißt es nun in der Rathaus-Mitteilung, seien "in diesen schweren Stunden" bei Landthalers Frau Annett und den Töchtern Maria und Carolin. Da aufgrund der Corona-Beschränkungen keine großen Trauerfeierlichkeiten stattfinden können, gibt die Gemeinde der Bevölkerung mit einem Kondolenzbuch die Möglichkeit eines persönlichen Abschieds. Dieses liegt von Montag bis Mittwoch jeweils von 15 bis 19 Uhr im Lesesaal der Touristinfo aus. Die Trauernden werden gebeten, über den Eingang Geiersteinstraße mit Maske einzutreten und die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten. Der Termin der Beerdigung steht noch nicht fest.

© SZ vom 13.06.2020 / fam

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