Tourismus im Oberland:Zeitensprung für Lenggrieser Aushängeschild

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Tourismus im Oberland: Das Arabella-Hotel Lenggries soll saniert und umgebaut werden. Erste äußere Änderungen werden nun konkret - was auch den Verkehr betrifft.

Das Arabella-Hotel Lenggries soll saniert und umgebaut werden. Erste äußere Änderungen werden nun konkret - was auch den Verkehr betrifft.

(Foto: Manfred Neubauer)

Das markante Arabella-Brauneck-Hotel soll nach dem Eigentümerwechsel weg vom Charme der 70er-Jahre. Über Umbau und Sanierung entscheidet zwar der künftige Betreiber, der noch gesucht wird. Äußere Änderungen zeichnen sich aber jetzt schon konkret ab.

Von Petra Schneider

Im Zuge der Sanierung des Arabella-Brauneck-Hotels in Lenggries wird sich auch der Außenbereich ändern: Die Durchfahrtsstraße zum Urtlmühlweg vor dem Hotel soll geschlossen werden und dort ein neuer Biergarten entstehen, ein neuer Restaurant-Anbau ist geplant, ein modernes Personalgebäude, eventuell ein Fahrradtunnel. Entsprechende Änderungen im Bebauungsplan hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig gebilligt.

Demnach soll die Zufahrtsstraße zum Hotel zu einer Sackgasse werden, die in einem Wendehammer mündet. Vom Eigentümer sei bereits eine Umweltprüfung und eine artenschutzrechtliche Potenzialanalyse veranlasst worden, sagte Bauamtsleiter Ronny Bousseljot. Ein Verkehrsgutachten auf Basis einer Verkehrszählung im März 2022 habe keine Bedenken ergeben: Dass sich der Verkehr auf die Münchner Straße zurück stauen könnte, habe sich an verschiedenen Kontrollpunkten nicht beobachten lassen. Für Radler und Fußgänger seien keine Umwege nötig, sagte Bousseljot. Die Parkplätze vor dem Eingangsbereich sollen in Richtung Osten verlegt und Kurzzeitparkplätze im Süden mit E-Ladesäulen ausgestattet werden. Zu den benachbarten Wohnhäusern ist im nördlichen Teil des Parkplatzes eine Schallschutzwand geplant. Auch die Idee eines Fahrradtunnels zwischen jetzigem Biergarten und Haupthaus unter der Bahnlinie, der öffentlich nutzbar sein soll, gibt es. Das müsse allerdings erst mit der Bahn geklärt werden, sagte Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG).

Im Oktober vorigen Jahres war bekannt geworden, dass die Blue Lion GmbH das Arabella Brauneck Hotel an ein Konsortium um den Lenggrieser Unternehmer Christoph Hertwig verkauft hat. Dieser hatte angekündigt, das markante Betongebäude "vom Charme der 70-Jahre zu befreien". Das Viersterne-Hotel mit derzeit 110 Betten wird noch bis November von der Arabella Hotel Gmbh betrieben. Wer dann übernimmt, stehe noch nicht fest, sagt Hertwig auf Nachfrage. "Aber wir führen sehr intensive Gespräche mit verschiedenen Interessenten." Die Arabella GmbH habe aber definitiv abgesagt. Wie Umbau und Sanierung konkret aussehen, entscheide der neue Betreiber, betont Hertwig.

Einig seien sich aber alle Interessenten, dass das Restaurant im Erdgeschoss viel zu klein sei. Es soll in einen Anbau ausgelagert und vergrößert werden, im Eingangsbereich verblieben dann nur noch Lobby und Bar. Die "Betonfläche" vor dem Hotel soll reduziert und die Parkplätzen verlegt werden, um Platz für den neuen Biergarten zu schaffen. "Um mehr Grün und Ruhe reinzubringen", werde deshalb auch die Durchfahrt zum Urtlmühlweg geschlossen. Der geänderte Bebauungsplan sieht auch ein Baufenster für ein neues Personalhaus vor. Der Bungalow und das jetzige Personalgebäude sollen abgerissen werden und einem modernen Neubau mit 30 Betten für Mitarbeiter weichen. Den Wellnessbereich will Hertwig vom Keller in das Dachgeschoss verlegen: Zwei Saunen, Whirlpool, Ruhebereich, Dachterrasse mit Skybar. Einen beheizten Pool werde es nicht geben, sagt er, "wir wollen ein energieeffizientes Haus."

Wellnessbereich, Biergarten, Restaurant - all das soll öffentlich zugänglich sein und auch Tagesgästen zur Verfügung stehen. Die Grundrisse der Zimmer mit künftig 114 Betten bleiben gleich. Man wolle aber mehr Verbindungstüren schaffen, um das Haus familienfreundlicher zu machen. Die Konferenzräume würden deutlich reduziert, die Ausrichtung gehe klar in Richtung touristische Nutzung. Alle Zimmer und Bäder werden saniert, dann muss das Hotel für mehrere Monate geschlossen werden. Mit den Baumaßnahmen könne begonnen werden, wenn der Bebauungsplan rechtskräftig sei. Diverse Gutachten seien nötig, "wir haben viel geliefert, jetzt sind die Behörden am Zug", sagt Hertwig. Seitens der Gemeinde sei die Unterstützung "hervorragend".

Im Gemeinderat gab es ebenfalls viel Lob: "Ich begrüße den Bebauungsplan sehr", sagte Bürgermeister Klaffenbacher. Das Brauneckhotel sei ein "Aushängeschild für Lenggries". Josef Wasensteiner (CSU) lobte, dass das Hotel "eine Attraktivitätssteigerung" erfahre. Dass sich durch die geplante Stichstraße der Verkehr auf die Münchner Straße zurück stauen könnte, wurde nicht als Problem gesehen. Der Anlieferverkehr werde sich im Rahmen halten, sagte Klaffenbacher. Man habe den Wendehammer geplant, damit der Verkehrsfluss nicht ins Stocken gerate. "Da müsste schon ein Konvoi ankommen, dass das einen Rückstau gibt", sagte Günter Haubner (FWG).

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