LenggriesBrückenbau in vier Monaten

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Bürgermeister Werner Weindl (vorne) erklärt die Vorteile: Die alte Brücke über die Jachen hat einen Mittelpfeiler, an dem sich das Wasser staut.
Bürgermeister Werner Weindl (vorne) erklärt die Vorteile: Die alte Brücke über die Jachen hat einen Mittelpfeiler, an dem sich das Wasser staut. Manfred Neubauer

Die Gemeinde gibt eine neue Überführung über die Jachen frei. Die Brücke soll auch vor Hochwasser schützen

Von Klaus Schieder, Lenggries

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Über die Jachen im Ortsteil Leger in Lenggries spannen sich momentan gleich zwei Brücken nebeneinander: eine alte aus den Fünfzigerjahren mit einem Mittelpfeiler, eine moderne, leicht geschwungene ohne Mittelpfeiler. Nach nur vier Monaten Bauzeit gab Bürgermeister Werner Weindl (CSU) den neuen Übergang für den Verkehr frei. "Wir haben jetzt eine Brücke, die den heutigen Anforderungen entspricht", sagte er. Die Gesamtkosten für das Bauwerk bezifferte er auf rund 1,1 Millionen Euro, wovon der Freistaat etwa 480 000 Euro übernimmt und die Hälfte davon auch schon an die Gemeinde ausbezahlt hat. Die alte Brücke wird in dieser Woche noch abgerissen.

Eine Sanierung kam nicht in Frage. Die Kommune habe zwar überlegt, den Überbau wieder instand zu setzen, dann allerdings festgestellt, dass die Widerlager schon nicht mehr tragfähig seien, berichtete Weindl. Außerdem führte die Hauptbrückenuntersuchung, die alle sechs Jahre stattfindet, zu dem Resultat, dass unter anderem der Stahl korrodiert war. Ein entscheidendes Kriterium für einen Neubau war auch der aus großen Steinen zusammengefügte Mittelpfeiler. Als der Wasserpegel der sonst oft seichten bis trockenen Jachen beim Hochwasser an Pfingsten 1999 bis unter den Überbau der Brücke anschwoll, lag dies nicht zuletzt auch am Pfeiler im Flussbett. Dort sei "das ganze Holz hängen geblieben, es gab einen Rückstau", sagte Franz Ostler, Chef des Ingenieurbüros Ostler aus Lenggries. In seinen Berechnungen für den neuen Übergang fand er heraus, dass der Wasserspiegel ohne Mittelpfeiler in solchen Fällen um einen halben Meter niedriger wäre.

Außer dem Hochwasserschutz nennt Ostler noch andere Vorteile: Die neue Brücke habe mit 5,45 Metern eine fast halben Meter breitere Fahrbahn, könne eine höhere Tonnage tragen und biete überdies einen Gehweg. Der ist vor allem eine Hilfe für die Fahrgäste, die den Bus in die Jachenau nutzen und an der Staatsstraße 2072 in Leger aussteigen, darunter etliche Schulkinder. Die Busbucht unmittelbar an der Brücke wird Weindl zufolge noch ausgebaut. "Sie ist dann von beiden Seiten anfahrbar, sodass die Leute nicht über die Straße laufen müssen", sagte er. Diese Arbeiten seien nächstes Jahr geplant, ebenso wie das Herrichten der Nebenflächen an der Brücke. Die will er trotz des Neubaus nicht verkaufen, weil auch dieser Bau in ein paar Jahrzehnten wieder abgerissen und durch eine moderne Version ersetzt werden muss. "Das ist so ein Wechselspiel über die Jahrhunderte."

Zur neuen Überführung über die Jachen hatte sich der Bürgermeister ein paar Daten auf einem Zettel notiert: 27 Tonnen Stahlbeton wurden verbaut, dazu 260 Kubikmeter Beton. Die Spannweite beträgt 22 Meter. Zur Staatsstraße hin weitet sich die Fahrbahn trompetenartig aus, weshalb dort mehr Platz zum Abbiegen bleibt. Ostler verwies überdies auf die höheren Bordsteine an den Seiten, die es "den Holzfuhrwerken ermöglichen, sauber einzufädeln". Denn außer den Anliegern dürften über die Brücke vor allem die Holzlastwagen zum Sägewerk und zum Gut Rauchenberg fahren. Weindl zeigte sich froh, dass die Arbeiten schnell und unfallfrei vonstatten gingen: "Jetzt kann der Winter ruhig kommen."

© SZ vom 05.12.2016 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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