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Leichter zu den Laichgründen:Eine Passstraße für Fische

Bauarbeiten am Aumühlbach

Hier entsteht eines der Becken, durch das die Fische und andere Wassertiere von der Isar in den Aumühlbach aufsteigen können.

(Foto: Wasserwirtschaftsamt/OH)

Die Mündung des Eglinger Aumühlbachs in die Isar wird umgebaut

Damit Fische und Kleinlebewesen aus der Isar wieder in den Aumühlbach aufsteigen können, baut das Wasserwirtschaftsamt derzeit einen sogenannten "Beckenpass", auch als "Fischtreppe" bekannt. Für rund 90 000 Euro wird bis Ostern die Bachmündung für Nasen, Äschen, Barben und Co so umgebaut, dass sie von dort künftig wieder zu ihren Laichgründen im Bach kommen und sich dort zudem im Winter oder bei Hochwasser in Sicherheit bringen können. "Wir hoffen, dass diese Baumaßnahme hilft, dass sich heimische Arten vermehren und vielleicht sogar mehr Arten dort wieder heimisch werden", sagt Peter Gröbl, Sachgebietsleiter im Wasserwirtschaftsamt Weilheim für Wasserbau im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Etwa 300 Meter südlich des Gasthauses Bruckenfischer in Dürnstein auf Eglinger Flur sind derzeit Bagger am Werk, die den "Beckenpass" am östlichen Ufer bauen. Dazu werden nach Angaben von Gröbl zehn Schwellen und Natursteinbecken, jedes etwa vier mal fünf Meter groß, eingebaut. Denn es gilt, einen Höhenunterschied von rund 1,5 Meter zwischen Bach und Isar auszugleichen. In den Becken sollen sich die Fische ausruhen können.

"Über die Jahrzehnte haben sich steile Abbrüche gebildet", erklärt Gröbl. Deshalb lägen die Wasserspiegel von Aumühlbach und Isar so unterschiedlich hoch, dass die Fische den Aufstieg nicht mehr bewältigen konnten. Also war es ihnen auch nicht mehr möglich, in ihre Laichgewässer und Jungfischhabitaten zurückzukehren.

Der Aumühlbach entsteht beim Eglinger Weiler Aumühle aus dem Zusammenfluss des Rothbachs und des Dreibrunnenbachs. Er unterquert den Mühltalkanal und fließt danach bis zur Mündung in die Isar durch das Naturschutzgebiet Isarauen zwischen Schäftlarn und Bad Tölz.

Der Umbau des Einmündungsbereichs ist mit der unteren und höheren Naturschutzbehörde sowie der Fachberatung für Fischerei abgestimmt sowie vom Landratsamt genehmigt. Mit dem Bau des "Beckenpasses" setzt das Wasserwirtschaftsamt die sogenannte europäische Wasserrahmenrichtlinie um, die Ende 2000 in Kraft trat. Ziel ist dabei laut Gröbl, einen guten Zustand der Gewässer zu erreichen. Anders ausgedrückt: Flüsse und Seen sollen nur wenig vom natürlichen Zustand abweichen, störende Einflüsse sollen beseitigt und alle EU-Normen zur Wasserqualität erreicht werden.

Das Wasserwirtschaftsamt hat dazu ein Konzept für die Isar erarbeitet, das von der Einmündung der Loisach bis zum Corneliuswehr in München gilt. Um diesen Abschnitt in einen guten ökologischen Zustand zu bringen, sollte die Mündung des Aumühlbachs wieder durchgängig werden, was jetzt auch geschieht.

Die Arbeiten nehmen Mitarbeiter der Flussmeisterstelle Lenggries vor. Als Baustellenzufahrt dient eine mit Isarkies aufgeschüttete Durchfahrt vom westlichen Ufer zur Baustelle. "Die Isar führt gerade Niedrigwasser, was uns die Bauarbeiten ermöglicht", erklärt Gröbl. Deshalb lägen die Arbeiten voll im Zeitplan, etwa die Hälfte sei bereits geschafft. "Wenn uns nicht noch die Witterung einen Strich durch die Rechnung macht, zum Beispiel durch Schmelzwasser Hochwasser erwartet wird, sind die Arbeiten bis Ende März fertig", sagt Gröbl.

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