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Leben in Münsing:Mit der Jugend kreativ sein

Nach langer Vakanz hat Münsing wieder eine Beauftragte

Von Benjamin Engel, Münsing

Unter den etwas mehr als 4200 Einwohnern Münsings sind um die 400 zwischen zwölf und 20 Jahre alt. Das ist kein unwesentlicher Bevölkerungsanteil. Trotzdem hat es mehr als ein Jahr gedauert, bis die Kommune die Position der Jugendbeauftragten endlich besetzen konnte. "Für mich ist das eine neue Herausforderung", sagt Patricia Schäffer. Seit fünf Jahren ist die zweifache Mutter für den Wolfratshauser Kinder- und Jugendförderverein tätig, betreut in dessen Auftrag in der Münsinger Mittagsbetreuung die Dritt- und Viertklässler der örtlichen Grundschule. "Das sind die Jugendlichen von morgen", sagt Schäffer. Weil sie schon zeitlebens viel mit dieser Altersgruppe und Kindern beschäftigt gewesen sei, habe sie sich gedacht, dass das Amt der Jugendbeauftragten genau das Richtige für sie sei. Gerade die unterschiedlichen Charaktere und Interessen der Kinder und Jugendlichen brächten immer viel Kreativität mit sich, sagt Schäffer. Daher würde sie sich über gemeinsame Aktivitäten und Ideen sehr freuen. Während der vergangenen vier Jahre habe sie die Ferienbetreuung in Münsing übernommen. "Wir hatten großen Spaß." Es sei ihr darauf angekommen, kleine Projekte umzusetzen. So hätten sie gemeinsam das Schulhaus am Eingang zur Mittagsbetreuung oder an der Pausenhofseite bemalt, im Ristorante Pinocchio Pizza gebacken, eine Schnitzeljagd unternommen oder Hufeisen bemalt.

Genauso nah liegt Schäffer die Welt der älteren Jugendlichen. Seit 20 Jahren wohnt sie mit ihrer Familie in Holzhausen. Ihre beiden Töchter sind inzwischen 18 und 21 Jahre alt. Sie wolle helfen, dass Kinder und Jugendliche ihre Wünsche umsetzen könnten, ob es um gemeinsame Treffen oder andere Aktivitäten gehe. Schäffer ruft die Kinder und Jugendlichen auf, ihr Anregungen auch gerne per E-Mail unter jugend-muensing@t-online.de zu senden. "Ich würde gerne Ideen umsetzen", sagt Schäffer.

Wie wichtig die Unterstützung sei, hat die Kreisjugendpflegerin des Landratsamts Bad Tölz-Wolfratshausen, Verena Peck, in der jüngsten Münsinger Ratssitzung deutlich gemacht. "Diese Jugendlichen haben erst einmal keine Lobby", erklärte sie - einmal abgesehen von Elternhaus oder Schule. Fühlten sich Kinder und Jugendliche in ihrer Gemeinde nicht wohl oder hätten ein Anliegen, sei ein Ansprechpartner wie eine Jugendbeauftragte wichtig. "Damit sie die Möglichkeit haben, gehört zu werden." Peck betonte, dass sie in Münsing immer das Glück gehabt habe, mit kompetenten Inhaberinnen dieses Amtes zusammenarbeiten zu können, etwa mit Regina Reitenhardt oder Tanja Munzinger. Zu fragen, wie glücklich Kinder und Jugendliche in ihrem Ort seien, würde sich Peck jederzeit wünschen. Denn eine Kommune bleibe nur attraktiv und schön, wenn sie auch deren Vorstellungen berücksichtige.

© SZ vom 26.05.2021
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