Die Höhenlage soll den Unterschied machen: Während im Tal auf 700 Metern häufig gar kein Schnee liegt, steigen die Chancen auf das begehrte Weiß weiter oben. Daher wollen die Stadt und der Skiclub (SC) Bad Tölz heuer erstmals eine Loipe auf dem Blomberg spuren. Auf knapp 1300 Metern Seehöhe soll es zwischen Weihnachten und Neujahr eine zwei Kilometer lange Strecke geben. Auf der Loipe will der Verein zunächst seinen "Club-Lauf" organisieren. Vom 28. bis 30. Dezember soll dann die Öffentlichkeit den Kurs testen können. Am Zuspruch entscheidet sich, ob die Strecke zum dauerhaften Tourismusangebot wird.

Derzeit liegen oben am Berg allerdings nur kärgliche Schneereste, an denen der warme Föhnwind in den kommenden Tagen weiter nagen dürfte. Trotzdem hoffen die Organisatoren auf Neuschnee bis zum 27. Dezember, um die Strecke anlegen zu können. "Mindestens ein halber Meter wäre gut", sagt SC-Vorsitzender Ingo Mehner. Schneit es nicht genug, soll die Loipen-Premiere am Blomberg auf Januar oder Februar verschoben werden. Die Strecke wäre eine der höchst gelegenen Deutschlands.
Von der Idee des Skiclubs ist die Tölzer Kur- und Tourismusdirektorin Brita Hohenreiter begeistert. "Das ist eine Win-win-Situation", sagt sie beim Pressegespräch in der Tourist-Information. "Ich sehe einen deutlichen Mehrwert für den Tourismus." Die Loipe am Blomberg könne für Gäste attraktiv sein und den Einheimischen mehr Möglichkeiten für den Freizeitsport bieten.
Das Langlaufen entwickelt sich in jüngster Zeit zu einer Trendsportart. Die nordischen Abteilungen der Vereine im Isarwinkel boomen. Zum Trainieren müssen die Mitglieder bei zu wenig Schnee bis nach Österreich ausweichen. Deshalb betont Mehner auch die ökologischen Aspekte einer Loipe am Blomberg. Dadurch fielen viele Fahrkilometer weg. Die Vereine aus der Region müssten nicht mehr wie derzeit bis ins österreichische Seefeld ausweichen, wo auch noch künstlich beschneit werde. Auch der Wirt des Blomberghauses und der Liftbetreiber Hannes Zintel könnten durch das neue Angebot "gewinnen".
Um die Strecke am 27. Dezember zu präparieren, wird der Liftbetreiber den Skiclub unterstützen. An diesem Tag organisiert der SC auf der Loipe einen vereinseigenen Lauf. Die professionellen Athleten sollen die laut Mehner "sportlich anspruchsvolle" Loipe testen. Anschließend soll der Kurs rund um die Sauersberger Alm zwischen Samstag, 28. und Montag, 30. Dezember für alle Freizeitsportler geöffnet sein. Gestartet wird schräg gegenüber der Bergwachthütte.
Zur Premiere wird die Loipe nur für Läufer der klassischen Technik gespurt. Zwar würde der Skiclub zusätzlich gerne einen Skating-Kurs anbieten. Dafür müssten aber wegen der ungünstigen Geländestruktur noch Überlegungen angestrengt werden, sagt Mehner.
Die Naturschutzbehörden haben den Probebetrieb für diese Saison laut Hohenreiter freigegeben. Wie es mit dem Tourismus- und Freizeitangebot in den kommenden Jahren weitergehen könnte, ist aber noch offen. Das hänge davon ab, wie viele Sportler die Loipe auch tatsächlich nutzen. Wie hoch die Nachfrage ist, soll nun der Versuch zeigen. "Wenn das gut angenommen wird, müssen wir überlegen, wie wir das weiterentwickeln", sagt Hohenreiter. Für den viertägigen Probetrieb rechne die Stadt mit Kosten in dreistelliger Höhe. Für einen dauerhaften Betrieb über eine ganze Saison sei aber vieles noch ungeklärt. Fraglich sei etwa, ob eine Loipe täglich oder womöglich nur am Wochenende geöffnet sein könne und wie oft dann gespurt werden müsse. Damit seien auch die möglichen Kosten noch vollkommen offen.
SC-Vorsitzender Mehner träumt schon seit seiner Jugendzeit vor 25 Jahren von einer Loipe am Blomberg. "Wichtig ist, dass das keine Attraktion für einige wenige werden soll. Daher wollen wir einen Indikator haben, ob das auf Interesse stößt", sagt er.
