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Landratskandidatur:Die CSU setzt auf eine Frau

Fünf Monate nach dem Rückzug Werner Weindls von der Kandidatur präsentiert die Partei ihre FU-Vorsitzende Sabine Lorenz als neue Herausforderin von Landrat Josef Niedermaier.

Landratskandidaten

"Ich habe wenig kommunalpolitische Erfahrung, aber ich bin fleißig und werde in den kommenden Monaten meine Lücken schließen", erklärt Sabine Lorenz.

(Foto: Manfred Neubauer)

Sabine Lorenz wird bei der Kommunalwahl 2014 für die CSU als Landratskandidatin antreten. Am Dienstag präsentierten Kreisvorsitzender Martin Bachhuber, stellvertretender Kreisvorsitzender Gerhard Meinl und Geschäftsführerin Heidi Kastenmayer die Herausforderin von Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler). Man habe sich bewusst für eine Neueinsteigerin in der Kreispolitik entschieden, um den Wählern eine echte Alternative bieten zu können, sagte Bachhuber. Kastenmayer ergänzte: Dass die CSU eine Frau aufstelle, sei ein wichtiges "anderes" Signal. "Wir sind bunt, wir haben nicht nur einen Entwurf von einem Landrat."

Wie berichtet hatte die CSU ursprünglich den Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl zum Landratskandidaten ausgerufen. Doch dieser zog wenig später und für seine Parteifreunde überraschend seine Bewerbung zurück. Nach Weindls Absage habe sich die Kreis-CSU eine Denkpause verordnet, sagte Bachhuber. Ihm sei es wichtig gewesen, zunächst die Landtags- und Bezirkstagswahl "ordentlich" über die Bühne zu bringen. Viele Gespräche seien geführt worden, und schon früh habe man ihm den Namen von Sabine Lorenz, die sich im September für einen Sitz als Bezirksrätin beworben hat, zugerufen.

"Wir haben sie bei vielen Veranstaltungen dann beobachtet", sagte der Kreisvorsitzende am Dienstag beim Pressegespräch. Aufgefallen sei ihm, wie gut sie auf Menschen zugehen könne. Auch seien ihre Ergebnisse im Wahl- und Stimmkreis "sehr respektabel" gewesen. Das habe ihn überzeugt, zumal die 50-Jährige als Vorsitzende der Frauen-Union einen großen Bekanntheitsgrad genieße. CSU-Kreisvorstand und Kreistagsfraktion hätten bei einem Treffen am Montag mit überwältigender Mehrheit für Lorenz gestimmt. Der offizielle Beschluss, betonte Bachhuber, stehe noch aus, "aber die Kandidatur ist schon in Stein gemeißelt".

Sie habe lange überlegt, sagte Sabine Lorenz, ob sie Landrätin werden wolle. Die überwiegend positive Resonanz während des Bezirkstagswahlkampfs habe ihre Entscheidung positiv beeinflusst - und auch, dass ihr Mann Martin sie zur Kandidatur ermuntert habe. "Ich habe wenig kommunalpolitische Erfahrung, aber ich bin fleißig und werde in den kommenden Monaten meine Lücken schließen", gab sich die 50-Jährige selbstbewusst.

Lorenz wurde 1963 in Geretsried geboren. 20 Jahre lang lebte sie in München, bis sie mit ihrer Familie wieder nach Geretsried zurückkam. Dort ist sie mit ihrem Mann und ihren beiden elf- und 13-jährigen Kindern zu Hause. Lorenz hat eine Ausbildung als Krankenschwester für Psychiatrie und ist Verwaltungsbetriebswirtin. 2002 gründete sie den Verein Freunde psychisch Behinderter, baute drei Wohngemeinschaften für 20 Menschen mit einer psychischen Erkrankung mit auf. Sie ist Leiterin dieser Einrichtung. Weitere berufliche Stationen: von 1980 bis 2000 beim Bezirk Oberbayern (Bezirkskrankenhaus Haar), von 2001 bis 2002 Pflegedienstleitung Haus Gartenberg. Bis April dieses Jahres war sie Vorsitzende der Kolpingfamilie Geretsried.

Ihre Erfahrung und Kompetenz im sozialen Bereich wie auch im Controlling prädestinierten sie für das Amt, sagte Meinl. Ob in einer Schule eine neue Treppe gebaut werde, sei für den Landkreis künftig nicht so wichtig wie die von Jahr zu Jahr mehr ausufernden Sozialausgaben. Lorenz verstehe etwas davon.

Die CSU-Mitglieder entscheiden über die Landratskandidatur in der Aufstellungsversammlung am 28. November in Geretsried.