Betriebliche KrankenversicherungBenefit soll Fachkräfte ans Tölzer Landratsamt binden

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Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen schlägt neue Wege ein, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.
Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen schlägt neue Wege ein, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Manfred Neubauer
  • Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen führt eine betriebliche Krankenversicherung für alle 400 Tarifbeschäftigten ein, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden.
  • Die Maßnahme kostet jährlich 216 000 Euro und bietet jedem Mitarbeitenden maximal 50 Euro monatlich für eine private Krankenzusatzversicherung.
  • Der Kreisausschuss stimmte dem Angebot zu, das die gesamte Familie der Beschäftigten ohne Gesundheitsprüfung bezuschusst.
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Die Kreisbehörde setzt auf monetäre Anreizsysteme, um Personal zu gewinnen und zu halten. Künftig sollen Tarifbeschäftigte deshalb in den Genuss einer betrieblichen Krankenversicherung kommen.

Von Alexandra Vecchiato, Bad Tölz-Wolfratshausen

Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen möchte ein attraktiver Arbeitgeber sein. Doch wie Unternehmen in der Privatwirtschaft auch hat die Kreisbehörde oftmals Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Daher sollen monetäre Anreize künftige Mitarbeitende an das Amt auf der Tölzer Flinthöhe binden. Das soll eine betriebliche Krankenversicherung für Tarifbeschäftigte gewährleisten.

Im Januar 2024 wurde das Landratsamt von den Kreisräten beauftragt, monetäre Anreizsysteme zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität zu erarbeiten und dem Kreisausschuss zur Beschlussfassung vorzulegen. Ein Jahr später beschloss das Gremium, allen Beschäftigten in den Bereichen IT-Fachkräfte, Bauingenieure und Sozialer Dienst des Amtes für Jugend und Familie befristet eine übertarifliche Arbeitsmarktzulage zu gewähren. Die Maßnahme habe sich „sehr gut“ bewährt, sagte Personalleiter Jürgen Huber im Kreisausschuss.

„Das hat es uns erleichtert, manche Stelle neu zu besetzen.“ Die Zulage sei jedoch auf nur drei besonders betroffene Beschäftigtengruppen begrenzt gewesen und laufe Ende des Jahres 2028 aus. Eine Neuvergabe dürfe nicht mehr erfolgen. Daher habe man intern in Gesprächen mit der Personalvertretung nach neuen Anreizsystemen gesucht, betonte Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler). Huber ergänzte: „Der Kampf um qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber geht weiter.“ Wenn die sogenannten Babyboomer bis zum Jahr 2035 nach und nach in den Ruhestand gingen, verschärfe sich die Lage.

Personalchef  Jürgen Huber .
Personalchef  Jürgen Huber . Manfred Neubauer

Damit das Landratsamt wettbewerbsfähig bleibt, plädiert Huber dafür, ein „alternatives Entgeltanreiz-System“ nach Paragraf 18 a TVöD zu etablieren. Das würde allen 400 Tarifbeschäftigten zugutekommen, so der Personalleiter. In diesem Jahr steht ein Budget für leistungsorientierte Bezahlung in Höhe von 320 000 Euro zur Verfügung. Dieses kann ganz oder teilweise für Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsplatzattraktivität, der Gesundheitsförderung oder der Nachhaltigkeit eingesetzt werden.

50 Euro im Monat

Die Kosten für das Angebot einer betrieblichen Krankenzusatzversicherung würden sich jährlich auf 216 000 Euro belaufen. Die Verwaltung empfiehlt laut Huber, die erforderlichen Haushaltsmittel durch eine freiwillige übertarifliche Erhöhung des tarifvertraglich festgelegten Gesamtvolumens für die leistungsorientierte Bezahlung von zwei auf 3,35 Prozent zusätzlich bereitzustellen.

Pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter bedeute dies maximal 50 Euro im Monat für eine private Krankenzusatzversicherung. „Das ist ein tolles Angebot“, meinte Huber. Noch habe man sich für keinen Versicherer entschieden. Der Auftrag müsse ausgeschrieben werden. Zuerst wollte man aber die Zustimmung des Kreisausschusses einholen.

Klaus Barthel (SPD) fragte nach dem konkreten Nutzen für die Mitarbeitenden. „Die gesamte Familie wird bezuschusst“, erwiderte Landrat Niedermaier, „der klare Vorteil ist, dass keine Gesundheitsprüfung notwendig ist.“ Weil die meisten Mitarbeitenden im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen von dem Angebot profitieren werden, stimmte der Kreisausschuss der Einführung zu.

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