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Kultur in der Corona-Krise:Leserbriefe

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Zu "Irritation im Kulturbetrieb" vom 3. Juni:

WOR bringt's nicht

Dass die Stadt Geretsried, allen voran Bürgermeister Michael Müller, immer an Kultur, am "Hinterhalt" und am KIL Interesse zeigten und Unterstützung anboten, steht außer Frage. Aber Assunta Tammelleo wollte in Gelting nur sagen, dass sie sich gefreut hätte, wenn - unaufgefordert - ein Zeichen der Anteilnahme und des Interesses von Seiten der zwei Städte gekommen wäre.

Wenn Sonja Frank beim Geltinger Kultur-Demo-Konzert dabei ist - prima! Aber von Wolfratshausen ließ sich niemand blicken. Es ist halt derzeit mit der Kommunikation im Wolfratshauser Rathaus nicht zum Besten bestellt - und das trifft auch die Kulturszene. Slogans des Stadtmanagers Dr. Werner wie "WOR bringt's ..." sollten eigentlich durch ein "wirklich nicht!" ergänzt werden. Und bunte Plakate vor der Isar-Kaufhaus-Ruine kann man nur noch unter der Rubrik "Ironie" oder noch besser "Sarkasmus" verbuchen.

Empathie für Kulturschaffende sieht anders aus, und wie man Kühe nicht zum Saufen tragen sollte, sollte ein Anruf, eine Mail oder vielleicht auch ein Brief in schwierigen Corona-Zeiten nicht zu viel verlangt sein. Und mehr wollte Assunta auch gar nicht sagen.

Dieter Klug, Wolfratshausen

Keine Gespräche mit KIL

Als stellvertretende Vorsitzende des Kulturvereins Isar-Loisach und als diejenige, die eng mit Assunta Tammelleo zusammenarbeitet, was die Aktivitäten des KIL betrifft, möchte ich gerne eines zu den Aussagen in diesem Beitrag klarstellen. Assunta Tammelleo wollte niemanden verprellen. Sie wollte auf der Demo am vergangenen Sonntag lediglich klare Worte an die kommunalen Stadtverwaltungen richten. Es wäre wünschenswert, wenn die Städte, jetzt in der Krise, ihre Hilfe anbieten würden - von sich aus. Und wenn es nur die Geste der Anteilnahme wäre. Wie geht es? Wie sieht es finanziell aus? Jeder weiß, dass es Kulturschaffenden, Kulturvereinen und Spielorten derzeit an die Existenz geht. Keiner weiß, wann es mit der Kultur weitergeht, und damit die finanzielle Absicherung wieder gewährleistet ist.

Sollten Gespräche geführt worden sein, wie Sonja Frank (Zweite Bürgermeisterin Geretsried) erwähnt hat, dann leider nicht mit uns vom KIL. Dass die Vertreter der Stadt Geretsried die Begrüßungen der Live-Stream-Konzerte im Hinterhalt übernommen hatten, war auf Anfrage und Bitte von Assunta Tammelleo geschehen. Wir wissen wohl zu schätzen, dass die Stadt Geretsried den Kulturverein Isar-Loisach seit Jahren finanziell bei seinen Jahresprogrammen unterstützt. Spätestens seit der Kulturherbstrettung 2016 wissen die Geretsrieder die hervorragende Arbeit des KIL zu schätzen. Auch in Wolfratshausen schätzt man die rührige Arbeit des KIL. Deshalb wurden wir in die Planung des inzwischen abgesagten Bürgerfests einbezogen. Für unsere eigenen Projektvorschläge zur kulturellen Belebung der Altstadt allerdings bemühen wir uns bisher vergebens, von der Stadt Wolfratshausen finanziell unterstützt zu werden. Aber Krisen, so sagt man, bringen ja auch immer neue Chancen.

Andrea Weber, stellvertretende Vorsitzende KIL, Wolfratshausen

© SZ vom 06.06.2020
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