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Kultur in Bad Tölz:Neues Streichquartett-Festival

Christoph Kessler ruft den ersten "Tölzer Klassik Gipfel" ins Leben. Auftakt mit vier Konzerten soll im April sein

Klassik-Veranstalter Christoph Kessler macht aus der Not eine Tugend. Nachdem er coronabedingt auch die für Januar und Februar geplanten "quartettissimo!"-Konzerte hat verschieben müssen, lädt er nun Anfang April zu einem "Tölzer Klassik Gipfel" ein. Unter dem Motto "Ein Feuerwerk der Musik" soll in konzentrierter Form ein Großteil der Musikabende nachgeholt werden, die aufgrund der Pandemie ausfallen mussten. Vier herausragende Streichquartette haben ihr Kommen zugesagt: das Quatuor Modigliani aus Frankreich (Dienstag, 6. April), das Quartetto di Cremona aus Italien mit dem Klarinettisten David Orlowski (Mittwoch, 7. April), das Marmen Quartet aus Großbritannien (Donnerstag, 8. April) und zehn Tage später das Quatuor Van Kujik aus Frankreich (Sonntag, 18. April). Alle Konzerte sollen im Tölzer Kurhaus über die Bühne gehen, Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

Bei einem einmaligen "Gipfel" will Kessler es nicht belassen. "Dieses Festival würden wir bei Erfolg eventuell im April alle zwei Jahre im jährlichen Wechsel mit den Tölzer Thomas-Mann-Tagen fortsetzen", erklärt er. Damit würde es im Landkreis künftig neben dem "Ickinger Frühling" ein zweites Streichquartett-Festival geben - und das womöglich zur gleichen Zeit.

Zunächst einmal steht Kessler jedoch vor der Herausforderung, seine Klassikreihe "quartettissimo" in Schwung zu halten. Einen neuen Termin für das Brentano String Quartet hat der Ickinger Veranstalter auch schon gefunden. Das Ensemble aus den USA soll am 25. Mai das geplante Programm - Bach, Beethoven, Schostakowitsch und Mendelssohn Bartholdy - spielen. "Wir hoffen, dass uns die Corona-Situation im April nicht einen Strich durch die Rechnung machen wird", erklärt Kessler. Erfreulich sei die Zusammenarbeit mit den Ensembles, den Agenturen, der Tourist-Info und dem Kurhaus. Es sei nicht einfach gewesen, diese Ersatztermine zu finden. Ihm sei es wichtig gewesen, "nicht weiter in den Sommer hinein" zu kommen, da die Leute dann erfahrungsgemäß lieber nach draußen als ins Konzerthaus gingen.

Streichquartett-Freunde könnten jedoch schon im April ins Schwitzen kommen. Nur sechs Tage nach dem "Tölzer Klassik Gipfel" soll der "Ickinger Frühling" starten, bei dem es ebenfalls international renommierte und aufstrebende Quartette zu erleben gibt. Ein Unterschied sticht bereits beim Überfliegen der Programme ins Auge. Der Ickinger Verein "Klangwelt Klassik" bietet diesmal geballte "Frauenpower". Die französischen Quartette Mona und Akilone, das russische Rusquartett und das deutsche Klenke Quartett setzen sich aus 15 Frauen und nur einem Mann zusammen. Sie beleuchten unter anderem Werke von Komponistinnen, die es nur selten zu hören gibt. In Tölz geben die Männer den Ton an. Auf 15 Musiker kommt eine Frau, und das Programm stammt zu hundert Prozent aus Männerhand.

Ausführliche Infos unter www.quartettissimo.de

© SZ vom 14.01.2021 / stsw
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