Kult-Marke aus Geretsried Warum jede Pizza anders aussieht

Nach der Soße regnet der Mozzarella auf die Pizza.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Nachdem der Teig von Hand geknetet und mit Tomatensoße bedeckt wurde, läuft die Pizza für genau eine Minute und sechs Sekunden durch den Ofen. Weil der Teig von Hand verarbeitet wird, sieht jede Pizza nach dem Backen anders aus. Das unterscheidet sie von der Konkurrenz. Anschließend wird sie mit Mozzarellakäse bestreut und je nach Produktionsphase mit weiteren Zutaten belegt.

"Bevor sie schockgefrostet wird, gibt es noch eine Sensorik- und Sichtkontrolle", sagt die 48-jährige Qualitätsmanagerin. Gewicht und Größe werden per Waage und Lineal geprüft, die Schichtleitung schaut, ob die Zutaten gleichmäßig verteilt sind und ob die Pizza geknickt oder verformt wurde. Pizzen, die es nicht durch diese Kontrolle schaffen, landen zum Teil im Lagerverkauf oder bei der Tafel

Dann wandern je fünf Pizzen auf einem Blech in einen großen Etagenwagen, der dann in den Schockfroster geschoben wird. Am Ende des Verpackungsprozesses soll jede Pizza noch minus 20 Grad kalt sein, "minus 18 Grad sind die absolute Grenze", sagt Susanne Bebber.

Verpackung und Logo der Pizza, eine Kochmütze mit einem Schnurrbart aus Basilikumblättern, fallen in den vollgepackten Tiefkühltruhen der Supermärkte optisch aus der Reihe. Für die Werbebotschaften auf den Pizzakartons ist seit dem Start vor vier Jahren die Agentur "Leagas Delaney" aus Hamburg verantwortlich. Seitdem prangen auch Sprüche wie "Eine echte Steinofenbarung" oder "Wir nehmen nur Mozzarella. Alles andere ist Käse" auf der hippen, durchdesignten Verpackung der Pizzen.

"Handgemacht in Bayern", das Motto auf dem Karton, sei zugleich Werbung, erklärt Geschäftsführer Christoph Schramm. "Wir schalten keine Werbung. Bisher ist das bei uns alles organisch - da sind wir auch stolz drauf", sagt Patricia Franzius. Seit März unterstützt sie das Führungsduo, bestehend aus Christoph Schramm und Guido Haugg, bei der Öffentlichkeitsarbeit, in den sozialen Netzwerken und beantwortet digitale sowie analoge Fanpost, von der sie laut eigener Aussage zahlreiche erhalten.

Sind die Pizzen schockgefrostet, werden sie mit dem Lastwagen ausgeliefert, inzwischen in das gesamte Bundesgebiet. "Wir sind deutschlandweit in ein paar Rewe-Center-Filialen vertreten, um mal die Fühler auszustrecken. Außerdem sind Rewe-Märkte in Nordbayern und dem Raum Hessen dazugekommen", sagt Christoph Schramm. Doch mittlerweile interessiert sich nicht nur Rewe für das Geretsrieder Erfolgsprodukt. Auch Edeka hat die Pizzen inzwischen ins Sortiment aufgenommen. "Das ist für uns wie ein Ritterschlag, bei den zwei größten Handelsmarken vertreten zu sein", sagt Guido Haugg.