Psychische Gesundheit im FokusWenn die Seele erschöpft ist

Krisendienst-Gebietskoordinatorin Anna Moosheimer, Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger und Krisendienst-Geschäftsführerin Cornelia Maier (von links) sind sich einig: Hilfe anzunehmen, ist keine Schwäche.
Krisendienst-Gebietskoordinatorin Anna Moosheimer, Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger und Krisendienst-Geschäftsführerin Cornelia Maier (von links) sind sich einig: Hilfe anzunehmen, ist keine Schwäche. Heike Geismar/Bezirk Oberbayern

Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern und die oberbayerischen Tafeln verteilen 50 000 Lebensmittel-Tüten mit Krisendienst-Informationen.

Von Finn Sanders, Bad Tölz-Wolfratshausen

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Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern hat gemeinsam mit den oberbayerischen Tafeln eine Aktion zur Förderung der seelischen Gesundheit gestartet. Rund 50 000 Lebensmittel-Tüten, bedruckt mit dem Aufruf „Seele erschöpft? Wir helfen!“, werden ab sofort an mehr als 40 Tafeln in Oberbayern verteilt. Dies gab der Bezirk Oberbayern am Montag bekannt. Die Aktion soll so lange laufen, bis alle Tüten ausgegeben sind. Der Krisendienst ist eine telefonische Soforthilfe bei psychischen Krisen und bietet rund um die Uhr kostenlose Beratung unter der Rufnummer 0800/655 3000 an.

„Es geht nicht nur darum, was in die Tüten kommt, sondern auch darum zu zeigen, dass niemand mit seelischen Problemen allein gelassen wird“, betont Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger. Ziel sei es, das Thema psychische Gesundheit sichtbarer zu machen, und Menschen in Not zu ermutigen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch die Krisendienst-Geschäftsführerin Cornelia Maier sieht in der Kooperation mit den Tafeln ein wichtiges Signal: Sie unterstütze die Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen und können „helfen, das Gespräch über psychische Gesundheit weiter zu normalisieren“.

Neben den Informations-Tüten besuchen die Gebietskoordinatoren des Krisendienstes mehrere Tafel-Standorte, um an Ort und Stelle mitzuhelfen und das Gespräch zu suchen. „Manchmal kann eine kleine Geste, wie eine Tafeltüte, eine große Last von der Seele nehmen“, erklärte Anna Moosheimer, Gebietskoordinatorin des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern.

Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern führte im Jahr 2023 rund 32 000 Telefonate mit Menschen in seelischen Krisen. Die mobilen Einsatzteams leisteten in besonders schweren Fällen 216 persönliche Kriseninterventionen in den Landkreisen Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau, Landsberg und Garmisch-Partenkirchen.

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