Kommunalwahl  im Landkreis Bad Tölz-WolfratshausenGrün verliert, blau gewinnt

Lesezeit: 2 Min.

60 Männer und Frauen gehören dem neuen Kreistag von Bad Tölz-Wolfratshausen an. Unter ihnen sind viele neue Kreisräte.
60 Männer und Frauen gehören dem neuen Kreistag von Bad Tölz-Wolfratshausen an. Unter ihnen sind viele neue Kreisräte. Manfred Neubauer
  • Die AfD gewinnt bei der Kommunalwahl im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen deutlich und zieht mit sieben statt zwei Sitzen in den Kreistag ein.
  • Die CSU bleibt mit 21 Sitzen stärkste Kraft, während die Freien Wähler ihre 14 Mandate halten können.
  • Die Grünen verlieren 3,2 Prozentpunkte und müssen zwei Sitze abgeben, von 13 auf nur noch elf Mandate.
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Die AfD ist künftig mit sieben Sitzen im 60-köpfigen Kreistag von Bad Tölz-Wolfratshausen vertreten, Grüne und ÖDP müssen dafür Sitze abgeben. CSU und Freie Wähler können die Anzahl ihrer Mandate halten.

Von Alexandra Vecchiato, Bad Tölz-Wolfratshausen

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Noch ist nicht entschieden, wer der neue Landrat im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen wird. Nur knapp lagen die beiden Kandidaten, die am 22. März in der Stichwahl gegeneinander antreten, am ersten Wahlabend auseinander:  Ludwig Schmid (Freie Wähler) hatte nur 1396 Stimmen weniger erhalten als Thomas Holz (CSU). Fest steht indes, wer im neuen, 60 Mitglieder starken Kreistag sitzen wird. Große Gewinnerin ist die in Teilen rechtsextreme AfD: Statt mit zwei ist sie künftig mit sieben Kreisräten vertreten.

Nach wie vor stärkste Kraft ist die CSU mit 21 Sitzen. 34,5 Prozent der Stimmen bedeuteten für die Partei ein minimales Plus von 0,2 Prozent im Vergleich zur Kommunalwahl 2020. Zuletzt hatte die Fraktion 22 Mandate, nachdem Wolfgang Morlang vor einem Jahr von der Bayernpartei zur CSU gewechselt war. Zum Abschneiden seiner Partei sagt CSU-Fraktionssprecher Martin Bachhuber, er sei froh, dass man nicht Sitze an die AfD verloren habe. Denn: „Der CSU-Stern leuchtet auch nicht mehr so kräftig.“ Der Vorsprung von mehr als 350 000 Stimmen zu den Freien Wählern sei ein Pfund, mit dem man wuchern könne.

Die Freien Wähler legten um 1,4 Prozent auf 24,1 Prozent zu und bleiben damit bei 14 Sitzen im Kreistag. Für Fraktionssprecherin Susanne Merk ein „großer Grund“ zur Freude. Eine Unwägbarkeit sei schließlich gewesen, dass der Landrat und Stimmenfänger Josef Niedermaier nicht mehr zur Wiederwahl stand. Die Wählerinnen und Wähler hätten aber offenkundig die Arbeit der Fraktion im Kreistag honoriert, außerdem habe man mit Landratskandidat Schmid punkten können. Ebenso mit „Stimmenkönig“ Stefan Klaffenbacher, dem mit fast 70 Prozent wiedergewählten Lenggrieser Bürgermeister, der neu für die FW im Kreistag sitzt.

Unerklärlich ist für Merk, woher die Stimmen für die AfD kommen. „Eigentlich hätten wir Konservative, also FW und CSU, verlieren müssen“, findet die Fraktionssprecherin. Daher sei für sie das Ergebnis der AfD „spooky“.

Die Grünen sind mit ihrem Ergebnis trotz der Verluste zufrieden

Die Grünen mussten am meisten bluten. Ihre Fraktion verlor 3,2 Prozentpunkte und erreichte 17,7 Prozent. Statt 13 Sitze haben die Grünen von Mai an, wenn sich der Kreistag konstituiert, nur noch elf Sitze. „Unser Ergebnis ist respektabel“, findet gleichwohl ihr Fraktionssprecher und Landratsstellvertreter Klaus Koch. 2020 sei die Stimmung eine andere gewesen. Der Klimawandel habe damals Menschen rund um den Globus bewegt. Dieses Thema sei einfach nicht mehr so präsent.

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Von Alexandra Vecchiato

Die SPD kann mit 7,3 Prozent (ein Plus um 0,2 Prozentpunkte) ihre vier Mandate halten, die Linke als Erfolg verbuchen, dass ihr Kreisrat Sebastian Englich nicht mehr Einzelkämpfer ist. Er erhält Verstärkung durch Pia Gams aus Dietramszell. Die Partei gewann 1,4 Prozent dazu und kam auf 3,1 Prozent. Dagegen hat die ÖDP einen Sitz verloren: Nur noch Manuel Tessun hat bei 2,4 Prozent (minus 1,4 Prozent) den Einzug in den Kreistag geschafft.

Bislang gab es im Kreistag zehn verschiedene Parteien und Gruppierungen, künftig sind es nur noch sieben. Die Bayernpartei und die Freien Unabhängigen Wähler waren nicht mehr angetreten, die FDP hatte es im Vorfeld nicht geschafft, die nötigen Unterstützerunterschriften zu sammeln.

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