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Kreis sagt Unterstützung zu:Beratung für Flüchtlinge bleibt

Finanzierung von Verein "Hilfe von Mensch zu Mensch" ist gesichert

Die Unstimmigkeiten zur Flüchtlings- und Integrationsberatung im Landkreis sind ausgeräumt: Der Trägerverein "Hilfe von Mensch zu Mensch" wird normal weiterarbeiten. Die strittige Finanzierung ist geklärt. Darüber freuen sich die Vereinsverantwortlichen.

Bisher hatte das Tölzer Landratsamt lediglich Sachkosten in Höhe von 34 000 Euro jährlich bezuschusst. Jetzt wird die Kreisbehörde zusätzlich zehn Prozent der Personalkosten finanzieren. 80 Prozent der Personalkosten fördert derzeit schon der Freistaat. Auf die neue Lösung haben sich Vertreter des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, des Vereins, des zuständigen bayerischen Innenministeriums und des Landratsamts verständigt. Das bestätigt eine Pressesprecherin der Tölzer Kreisbehörde. Das Innenministerium habe zugesichert, dem Verein die benötigte Abschlagszahlung möglichst zeitnah auszuzahlen, so heißt es.

Noch vor dem Jahreswechsel schien der Flüchtlings- und Integrationsberatung in der Region das Aus zu drohen. Der Verein "Hilfe von Mensch zu Mensch" hatte angekündigt, Beratungsstandorte in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Starnberg und Miesbach aufzulösen. Dessen Geschäftsführerin Sadija Klepo hatte den Schritt damit begründet, dass das Innenministerium die für 2019 dringend benötigte nächste Geldrate erst im Juli auszahlen wolle. Das könne der Verein nicht vorfinanzieren. Laut Informationen aus Asylhelferkreisen hatte der Verein bereits Mitarbeiter gekündigt.

Das Innenministerium hatte die Aussagen aus Vereinskreisen abgestritten. Der Eindruck stimme nicht, dass der Integrationsberatung kurzfristig die Finanzierungsgrundlage entzogen werde, hatte es geheißen. Vielmehr sei verbindlich zugesagt worden, die Fördergelder bis Februar 2019 auszuzahlen. Das Verfahren sei in enger Abstimmung zugunsten der Träger verbessert worden.

Neven Klepo von der Flüchtlings- und Integrationsberatung "Hilfe von Mensch zu Mensch" ist dem Tölzer Landratsamt für die jetzige Lösung äußerst dankbar. "Wir haben jetzt eine Erwartungssicherheit für die Zukunft, mit der wir 2019 planen können", sagt er. Die Gespräche seien unglaublich gut gelaufen. Vor allem im Landkreis Miesbach hätten viele Bürgermeister ihre Unterstützung für den Verein versichert. "Wir sind dankbar für den Zuspruch." Auch in den Tölzer Nachbarlandkreisen Miesbach und Starnberg seien Lösungen gefunden worden, um weiterzuarbeiten.

Im Landkreis unterhält der Verein "Hilfe von Mensch zu Mensch" in Wolfratshausen, Geretsried und Bad Tölz zentrale Büros. Dort betreuen die Mitarbeiter etwa 1600 Geflüchtete. Anfang des vergangenen Jahres ist die Asylsozialberatung, die der Verein übernommen hatte, mit der Migrationsberatung zusammengelegt worden. Seitdem ist das bayerische Innenministerium statt des Sozialministeriums für den Bereich verantwortlich. Mit dem Zuständigkeitswechsel hat sich der Betreuungsschlüssel verändert. Nun wird das Betreuungsverhältnis auf der Grundlage des Ausländerzentralregisters berechnet. Damit sollten die Beraterstellen im Tölzer Landkreis von 10,7 auf 6,9 sinken. Doch für dieses Jahr hat das Innenministerium noch Bestandsschutz zugesichert.