Ob als Tee oder zum Verfeinern von Gerichten: Kräuter sind wahre Tausendsassas. Was man alles mit den würzenden und duftenden Pflanzen anstellen kann, kann man im Kräuterladen im Kloster Beneditkbeuern riechen, schmecken und kosten. Besonders einladend ist das dazugehörige Kräutercafé. Nach dem Umbau bietet es seinen Gästen mehr Platz unter historischem Kreuzgewölbe. Zwischen Vintage-Möbeln und modernen Accessoires ist Genuss und Entspannung angesagt.
Viele Wege führen zum Kräutercafé. Empfehlenswert ist jener verwunschen-romantische, der sich vom Zentralparkplatz des Klosters rechts an Meditationsgarten und Maierhof vorbei durch einen Torbogen schlängelt. Folgt man dem Kiesweg, begrüßt üppige Vegetation die Café-Gäste. Wer das Gartentor durchschreitet, findet sich im Sommer mitten in einer Blütenpracht wieder. Zwischen Lavendel, Taglilien und Co. verteilen sich gemütliche Sitzgelegenheiten unter Apfelbäumen.


Aber auch das Innere des erweiterten Kräutercafés hat einiges zu bieten. Am neuen Tresen- und Küchenbereich erfüllen sich die kulinarischen Wünsche der Besucher. Dabei setzen Björn Koalick, im Kloster verantwortlich für Kulturveranstaltungen und Café, und sein Team auf regionale, nachhaltige Produkte. Bio-Fairtrade-Kaffee aus einer Rösterei bei Sauerlach, Bier vom Hoppebräu aus Waakirchen, Speiseeis vom Beindlhof aus Wackersberg und vieles rund mit Kräutern aus Eigenproduktion. Von Kräutersalzen über Gewürzmischungen und Öle bis zu Pflegeprodukten aus Eigenproduktion findet sich ein buntes Angebot in den Regalen.

Zu Tees, unter anderem nach dem Benediktbeurer Rezeptar, Kaffee-Spezialitäten und Kräuterlimonaden kredenzt das Team Süßes wie Herzhaftes. Kuchen bezieht das Café unter anderem von der bekannten Bäckerei Eberl aus Bichl. „Auch da bieten wir Saisonales an, etwa mit Erdbeeren oder Rhabarber.“ Klassiker wie der gedeckte Apfelkuchen oder Kirschstreusel gehören zum Standardangebot. „Wir bieten ferner Waffeln an oder unser Käsebrot. Den Blütenkäse dafür beziehen wir aus Kochel“, sagt Koalick. Pinsa, Flammkuchen und Weißwürste immer dienstags von 11 bis 14 Uhr runden die Speisekarte ab.
Nachdem das Klostercafé im gotischen Saal im vergangenen Jahr seine Türen schloss, sei die Idee gereift, das vorhandene kleine Kräutercafé im Maierhof zu erweitern, erzählt Koalick. Klar war, dass man die Gastronomie an einem Ort konzentrieren wollte, um Synergien zu schaffen. Ein Konzept wurde erarbeitet, Ende März dieses Jahres startete der Umbau. Drei Monate später öffnete das Kräutercafé im neuen Look. Der Laden indes ist noch nicht fertig umgestaltet. „Wir wollten erst das Café eröffnen können, wenn die Besucher bei diesem Sommerwetter nach Benediktbeuern kommen“, sagt Koalick.
Wenn der Laden umgestaltet ist, stehen den Gästen insgesamt 60 Plätze im Innenbereich zur Verfügung, 70 sind es im Freien. Die Resonanz nach der Wiedereröffnung sei erfreulich gewesen. Das Konzept scheine die Menschen anzusprechen, so der Café-Chef.

Koalick ist kein Unbekannter im Don-Bosco-Kloster. Von 2013 bis 2016 war er Bildungsreferent im Aktionszentrum. Danach war er bis 2025 Leiter der Jugendherberge. Mit der Fusion von Kloster und Zentrum für Umwelt und Kultur zum 1. Januar dieses Jahres veränderte sich sein Zuständigkeitsbereich. „Das war ein guter Zeitpunkt“, betont der 38-Jährige. Dass er einmal in der Gastronomie landen würde, habe er sich anfangs nicht gedacht, meint der 38-Jährige. Obschon eine gewisse Affinität bestand: Koalick ist freiberuflich Zauberkünstler und organisierte die „Magic Dinner“ im ehemaligen Klostercafé.
Um den Umbau des Kräutercafés verwirklichen zu können, holte sich das Kloster Partner an die Seite. Unter anderem kooperiert die Einrichtung mit der Bad Heilbrunner Naturheilmittel GmbH & Co. KG. Sie unterstützte die Erweiterung nicht nur finanziell. Im Kräuterladen werden Bad Heilbrunner Tees verkauft. Bei anderen Produkten arbeiten die Partner bei der Produktion zusammen.

„Wir wollen ein möglichst breites Publikum ansprechen“, betont Koalick. Nicht nur Besucher des Klosters und dessen Einrichtungen sollen sich im Café wohlfühlen. „Wir wollen die Studierenden mehr ins Boot holen“, erklärt der Café-Chef. „Und natürlich die Familien und Menschen, die im Ort leben.“ Für Kinder gibt es eine geräumige Spielecke im Café.
Ausdrücklich erwünscht sind auch Gäste mit Notebooks und Tablets. „Wenn das auch in anderen Cafés nicht gerne gesehen ist, bei uns darf man bei einem Cappuccino oder so gerne noch am PC arbeiten“, sagt Koalick. Eigens dafür wurden Steckdosen unter der Theke installiert. Künftig wird ein kostenloser Gäste-Wlan-Zugang zur Verfügung stehen.
Geöffnet hat das Kräutercafé im Maierhof des Don-Bosco-Klosters Benediktbeuern täglich von 10 bis 18 Uhr.

