Stichwahlen in Bad Tölz-Wolfratshausen und RegionGeretsried hat einen neuen Bürgermeister

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Patrik Kohlert, hier mit seiner Frau Michaela, leitet künftig das Geretsrieder Rathaus. Er feierte mit seinem Wahlteam zu Hause.
Patrik Kohlert, hier mit seiner Frau Michaela, leitet künftig das Geretsrieder Rathaus. Er feierte mit seinem Wahlteam zu Hause. Manfred Neubauer
  • Patrik Kohlert (Geretsrieder Liste) wird neuer Bürgermeister von Geretsried und setzt sich in der Stichwahl knapp mit 51,8 Prozent gegen Amtsinhaber Michael Müller (CSU) durch.
  • Klaus Heilinglechner (BVW) wird in Wolfratshausen mit 56,8 Prozent klar im Amt bestätigt und darf als erster Bürgermeister seit 1961 eine dritte Amtszeit antreten.
  • Thomas Kopf (Penzberg Miteinander) gewinnt überraschend deutlich mit 57,9 Prozent gegen Amtsinhaber Stefan Korpan (CSU) und wird neuer Bürgermeister von Penzberg.
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Donnerschlag in Geretsried, klare Verhältnisse in Wolfratshausen und Münsing, Überraschung in Penzberg: Die Stichwahlen bringen unterschiedliche Ergebnisse – und politische Neuanfänge.

Von Benjamin Engel, Stephanie Schwaderer und Alexandra Vecchiato

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Der neue Geretsrieder Bürgermeister heißt Patrik Kohlert (Geretsrieder Liste). Der 45-Jährige lieferte sich bei der Stichwahl am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem amtierenden Bürgermeister Michael Müller (CSU) und setzte sich mit knappen 51,8 Prozent gegenüber 48,2 Prozent durch. In Wolfratshausen wird Klaus Heilinglechner (BVW) klar im Amt bestätigt. In Münsing stellt künftig die Wählergruppe Münsing mit Hubert Bernwieser den Rathauschef.

Blick nach Geretsried

In der größten Stadt des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen werden folglich die Weichen neu gestellt. Vor zwei Wochen war Michael Müller gegen drei Herausforderer angetreten und hatte mit 43,1 Prozent das beste Ergebnis erzielt. Für Kohlert hatten am 8. März 24,6 Prozent votiert. Nun muss Müller nach zwölf Jahren Amtszeit den Bürgermeistersessel für seinen Herausforderer freimachen. „Ich gratuliere Herrn Kohlert und wünsche ihm für die kommenden Aufgaben eine gute und glückliche Hand“, sagte Müller nach einer nervenaufreibenden Auszählung am Sonntagabend. In den nächsten Tagen werde er „eine geordnete Übergabe“ vorbereiten.

Michael Müller (Mitte), hier am Wahlabend im Karl 13, kehrt dem Geretsrieder Stadtrat den Rücken.
Michael Müller (Mitte), hier am Wahlabend im Karl 13, kehrt dem Geretsrieder Stadtrat den Rücken. Manfred Neubauer

Die vergangenen Jahre seien „eine prägende Zeit für unsere Stadt“ gewesen, so Müller. „Geretsried ist nachhaltig vorangekommen.“ Sein Stadtratsmandat werde er nicht annehmen. „Dieses Amt war für mich mit voller Verantwortung verbunden. Deshalb werde ich einen klaren Schnitt machen.“ Im Kreistag werde er sich jedoch weiterhin für Geretsried einsetzen.

„Absolut glücklich und sehr, sehr zufrieden“ zeigte sich sein Nachfolger Patrik Kohlert. „Ich blicke auf eine große Herausforderung und bin dankbar, dass ich sie antreten darf.“ Als Bürgermeister wolle er erst einmal sein Team im Rathaus kennenlernen, sagte der 45-Jährige, der bislang als Bauamtsleiter und stellvertretender Geschäftsführer der Gemeinde Baierbrunn tätig war. „Mir ist mehr als jedem anderen Kandidaten bewusst, dass ich ohne ein Team wenig ausrichten kann.“ Eine „Kleinigkeit“, die er als Bürgermeister sofort ändern werde: „Anfragen von Stadträten werden künftig zeitnah, also in der nächsten Sitzung, beantwortet.“

Blick nach Wolfratshausen

In Wolfratshausen lag gegen 19.16 Uhr das Endergebnis vor. Applaus brach aus, als klar wurde, dass Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) in seine dritte Amtszeit gehen kann. Er gewann die Stichwahl mit 56,8 Prozent der Stimmen. Günther Eibl (CSU) kam auf 43,2 Prozent. Der Herausforderer war nur nach Auszählung des ersten Stimmbezirks mit 56,9 Prozent vorn gelegen.

Klaus Heilinglechner (Mitte) darf sich freuen. Er bleibt Bürgermeister von Wolfratshausen.
Klaus Heilinglechner (Mitte) darf sich freuen. Er bleibt Bürgermeister von Wolfratshausen. Harry Wolfsbauer

Im weiteren Verlauf des Stichwahlabends schwang das Pendel immer mehr zugunsten von Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen). Der Amtsinhaber lag konstant mit mehr als 56 Prozent vorn. Das ist in etwa das gleiche Ergebnis wie schon in der Stichwahl 2020, als beide Kandidaten zum ersten Mal aufeinandertrafen. Heilinglechner bekam sogar 1,1 Prozentpunkte mehr. Die Wahlbeteiligung lag in Wolfratshausen bei 48,8 Prozent.

Damit ist Heilinglechner der erste Bürgermeister seit der Stadterhebung im Oktober 1961, der eine dritte Amtszeit antreten darf. Entsprechend gut gelaunt fiel seine erste Reaktion aus: „Ich bin mehr als zufrieden mit dem Ergebnis“, so der Rathauschef. Er freue sich, für weitere sechs Jahre weitermachen und angestoßene Projekte fortführen zu können. Seinem Team von der Bürgervereinigung und den Wahlhelfern dankte er.

Blick nach Münsing

In Münsing blieb eine Überraschung aus. Hubert Bernwieser (Wählergruppe Münsing) wird neuer Chef im Rathaus. Er lag schon in der ersten Runde der Bürgermeisterwahl klar mit 49,1 Prozent vor Manuel Seltier (CSU). Während des gesamten Stichwahlabends lag er deutlich vorn. Laut dem vorläufigen Endergebnis von 18.53 Uhr kam Bernwieser auf 72,4 Prozent. Manuel Seltier (CSU) unterlag klar mit 27,6 Prozent. Das sind 624 zu 1633 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 63,8 Prozent.

Blick nach Penzberg

Nach nur sechs Jahren gibt es wieder einen Wechsel an der Spitze des Penzberger Rathauses. Herausforderer Thomas Kopf (Penzberg Miteinander) schlug in der Stichwahl Amtsinhaber Stefan Korpan (CSU) - und zwar deutlich: Kopf erhielt am Sonntag 57,9 Prozent der Stimmen, Korpan 42,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,4 Prozent.

Thomas Kopf ist neuer Bürgermeister von Penzberg.
Thomas Kopf ist neuer Bürgermeister von Penzberg. Harry Wolfsbauer

„Für mich ist das Ergebnis überwältigend“, sagte Kopf noch am Abend. In dieser Deutlichkeit hätte er es nicht erwartet. „Ich werde alles geben, damit sich die Stadt in Zukunft positiv entwickelt“, betonte der Newcomer. Einen Wunsch hat der 47 Jahre alte Penzberger: Nach vier Monaten Wahlkampf hofft er, am Tag eins nach der Stichwahl ausschlafen zu können.

Enttäuscht von seinem Abschneiden war Stefan Korpan. Er habe mit diesem Ergebnis nicht gerechnet. Woran sein Scheitern lag, wollte er am Sonntag nicht im Detail analysieren. „Es sind weniger zum Wählen gegangen als am 8. März“, sagte er. Ob er sein Stadtratsmandat annehmen werde, wolle er erst überschlafen. „Das muss ich mit der Familie und der Fraktion intern besprechen.“

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