Schon im Vorfeld galt es als wahrscheinlich, dass der Wahlabend auf ein Duell zwischen dem Kochler Thomas Holz (CSU) und dem Geretsrieder Ludwig Schmid (Freie Wähler) hinauslief. Beide bewarben sich um die Nachfolge von Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler), der sich nach 18 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl stellte. Beim vorläufigen Endergebnis liegt Holz mit 38,5 Prozent der Stimmen knapp vor Schmid mit 36,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 63,5 Prozent.
„Es war mir von Anfang an klar, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CSU und Freien Wählern werden wird“, sagte Holz am Abend. Der Kochler, der bereits kommunalpolitische Erfahrung hat und im bayerischen Landtag sitzt, verfolgte mit Freunden und Anhängerinnen die Auszählung im Gasthof Hofherr in Königsdorf. Er selbst habe den Landratskandidaten der Grünen, Andreas Wild, stärker eingeschätzt, doch Ludwig Schmid habe in Geretsried einen klaren Heimvorteil gehabt. Mit rund 26 000 Einwohnern sei die Stadt die größte im Landkreis mit den meisten Wählerinnen und Wählern; auf dem Land habe dagegen er selbst punkten können. „Morgen stehen die Zahlen wieder auf null, und dann schauen wir, wer am 22. März gewinnen wird.“

Schmid hatte sich entschieden, den Wahlabend zu Hause zu verbringen. „Ich bin mehr als zufrieden“, sagte er, „ich bin überwältigt.“ In die Stichwahl zu kommen, damit habe er gerechnet, betonte der Geretsrieder, dass aber der Abstand zu CSU-Kandidaten Holz so gering ausfallen werde – „das ist eine deutliche Ansage der Wähler.“ Was morgen ist? „Zuerst geht es um 4 Uhr in die Backstube.“
Andreas Wild (Grüne) kam auf 15,1 Prozent. Weit abgeschlagen lagen Klaus Barthel (SPD) mit 4,8 Prozent, Manuel Tessun (ÖDP) mit 2,1 Prozent und Sebastian Englich (Die Linke) mit 3,2 Prozent.
In den 21 Städten und Gemeinden im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen waren mehr als 100 000 Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt. Von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben 63 527 Wählerinnen und Wähler. 868 Stimmen waren ungültig.

