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Kommunalwahl in Bad Tölz-Wolfratshausen:Um der Sache willen

"Diese Liste gibt mir neuen Mut", sagt Micahel Glasl, der in Münsing wieder Bürgermeister werden will.

(Foto: Ralf Gerard/oh)

Die Freien Wähler in Münsing erteilen parteipolitischer Taktik eine Absage und stellen sich hinter Spitzenkandidat Glasl

Es war eine einmütige Absage an parteipolitisch motivierte Ambitionen jeglicher Richtung: Auf kommunaler Ebene hätten solche Aktivitäten nichts zu suchen. Das ist der Tenor, mit dem die Freien Wähler Münsings in den Wahlkampf ziehen. Sachlichkeit und der gemeinsame Wille, Lösungen zu suchen, mit der die Bürger aller Ortsteile leben können, müssten im Vordergrund stehen, hieß es. "Bei uns geht es um gute Ideen und Argumente, nicht um Fraktion oder Kirchturm", erklärte Bürgermeister Michael Grasl. Nicht nur in dieser Haltung sind sich die FW-Mitglieder einig. Sie versammelten sich bei der Aufstellung der Gemeinderatsliste demonstrativ hinter Grasl, der auch nicht verhehlen mochte, dass er von den oft zähen Auseinandersetzungen in der ablaufenden Wahlperiode auch frustriert sei.

"Dieses Anzweifeln von Fakten und Entscheidungen und der Versuch, immer wieder bereits Geklärtes in Frage zu stellen, nervt", beklagte Grasl. Da sei ihm "eine gestandene Handwerkermeinung im Originalton Süd viel lieber als ein Taktieren und Suchen nach vermeintlichen Versäumnissen der Verwaltung." Er wolle auch in den kommenden sechs Jahren noch um sachorientierte Mehrheiten werben und wichtige Projekte zu Ende bringen. Im Einzelnen nannte Grasl die Förderung kleinerer Ortsteile wie Sankt Heinrich, die Wasserversorgung und neue Fuß- und Radwege. Nachholbedarf sieht er auch bei den teils maroden Straßen. Wichtig sei nicht zuletzt "ein Naturschutz mit Augenmaß". Dafür müsse man auch die Landwirte mit ins Boot holen. Mit diesem Katalog unterstützten ihn alle stimmberechtigten 25 FW-Mitglieder. Grasl, seit 15 Jahren im Amt, tritt als Bürgermeisterkandidat erneut an der Spitze der Liste an. En bloc und ohne Gegenstimme segneten die Mitglieder im Gasthof Altwirt auch die Aufstellung ab. "Diese Liste gibt mir neuen Mut", sagte Grasl.

Die Projekte, die in der kommenden Wahlperiode durchgesetzt werden sollen, hatte zuvor der FW-Ortsvorsitzende Peter Hacker aufgezählt: das Bürgerhaus und Rathaus am ehemaligen Pallaufhof, das "Haus des Kindes", die laufenden Verkehrskonzepte, das Umsetzen der Energiewende und die Förderung des Breitensports. Dies seien "anspruchsvolle Aufgaben, die unser ganzes Engagement erfordern", sagte Hacker. Für ideologische Grundsatzdiskussionen sei bei alledem kein Platz, die kommunale Ebene eigne sich dafür nicht. Dass die Freien Wähler mit diesem Konzept richtig liegen, leitete Hacker aus der Vergangenheit ab: Seit 2005 stellten sie den Bürgermeister und seien seit 1996 immer mit zwei oder drei Gemeinderäten im Rathaus vertreten. Erklärtes Ziel ist auch diesmal, neben Grasl noch mindestens drei Mandatsträger durchzusetzen.

Unter den 16 Bewerbern sind alle möglichen Berufe vertreten. Florian Brandl etwa ist Architekt und will an der Ortsgestaltung mitwirken, Benedikt Korntheuer ist Landwirt und möchte seine Kontakte zum Bauernverband nutzen, Johannes Reiser verspricht, seine Kenntnisse als Verwaltungswirt einzubringen und Elisabeth von Bitter hat nach eigenen Worten die "Seeresidenz" mit aufgebaut, ist Krankenschwester und will den Blick der Gemeinde auf die Seniorenbetreuung richten, "das große Thema der Zukunft".

Die Liste: 1. Michael Grasl; 2. Susanne Huber; 3. Tobias Eckart; 4. Johannes Reiser; 5. Isabella Schuppke; 6. Florian Brandl; 7. Thomas Berger; 8. Michael Findeis; 9. Benedikt Korntheuer; 10. Eva Lehmeyer; 11. Gerhard Niegel; 12. Christoph Bücheler; 13. Peter Holzer; 14. Elisabeth von Bitter; 15. Katrin Kern; 16. Annemarie Korntheuer