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Kommunalwahl in Bad Tölz-Wolfratshausen:Freie Wähler wollen Landwirte stärken

Landwirtschaft ist nicht unbedingt ein Thema, das man sofort mit Bad Tölz verbindet, auch wenn rund um die Stadt viele Bauernhöfe liegen. Unter dem Motto "FWG vor Ort - Landwirtschaft in Bad Tölz" trafen sich Freie Wähler und interessierte Besucher am Samstag auf dem Biohof am Hintersberg, den Kreis- und Stadtratskandidatin Anni Stöckl bewirtschaftet. Dabei hob Michael Lindmair hervor, dass er die heimische Landwirtschaft wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken möchte. "Alles, was wir uns jeden Tag in Bezug auf nachhaltige und regionale Erzeugung von Lebensmitteln, gesunde Landwirtschaft und verantwortungsbewusste Bewirtschaftung von Flächen wünschen, haben wir auf der eigenen Gemeindefläche in Bad Tölz direkt vor der Nase", sagte der FWG-Bürgermeisterkandidat.

Landrat Sepp Niedermaier verwies einerseits auf den zunehmenden Flächenbedarf, wodurch auch die Nutzflächen für die Bauern schrumpften. Auf der anderen Seite gebe es den Wunsch und auch die Notwendigkeit, in der Produktion der Lebensmittel auf regionale Kreisläufe zu setzen, sagte Niedermaier. In diesem Spannungsfeld sei Landwirtschaft zu gestalten. Außerdem betonte er, dass noch mehr biologisch wertvolle Flächen im gesellschaftlichen Auftrag von den Bauern gepflegt werden sollten.

Ein kontroverse Debatte entzündete sich an der Frage, ob es richtig sei, einen Landschaftspflegeverband zu schaffen. Kreisbäuerin Ursula Fichtner sieht darin eine Chance für die heimische Familienbetriebe, weitere Einkünfte zu bekommen. Viele Bauern befürchten hingegen, dass damit nur kostspielige Stellen geschaffen werden. Einig waren sich hingegen die meisten Teilnehmer, dass angesichts der Größen landwirtschaftlicher Höfe im Tölzer Land zusätzliche Einnahmequellen unabdingbar sind. Denn die bäuerlichen Familienbetriebe sollen erhalten bleiben und von ihrer Arbeit auch in künftigen Generationen leben können, betonten Lindmair und Niedermaier unisono. Am Ende die Besucher deshalb noch eine neue Ferienwohnung, die der Familie Stöckl als zusätzliches Standbein dient.

© SZ vom 10.03.2020 / sci

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