Die Frage treibt demokratisch gesinnte Wählerinnen und Wähler in der Region um: Wie wird sich die Arbeit in den Kommunen verändern, wenn im März erstmals die AfD in Stadt- und Gemeinderäte einzieht? Das Bündnis „Gemeinsam für Demokratie und Vielfalt“ hat nun alle Bürgermeister-Kandidaten der Städte Geretsried und Wolfratshausen angeschrieben. Zehn Männer – es kandidiert keine Frau – sind aufgerufen, folgende Frage zu beantworten: „Schließen Sie aus, Anträge einer möglichen AfD-Gruppierung im Stadtrat zu unterstützen?“
In beiden Städten wird die AfD mit einer eigenen Liste antreten. Es ist davon auszugehen, dass sie in den beiden Stadträten künftig vertreten sein könnte. Unter den demokratischen Parteien bestehe der Konsens, „dass hinter der AfD eine politische Bewegung steht, die Werte, Institutionen und Verfahren der freiheitlich-demokratischen Grundordnung systematisch verächtlich macht“, heißt es in dem Schreiben. „Deshalb sollte es keine Zusammenarbeit mit dieser Partei geben.“ Eine Handlungsempfehlung liefert das Demokratie-Bündnis auch mit: „Im parlamentarischen Betrieb ist es üblich, Anträge der Opposition abzulehnen und – falls sie als sinnvoll erachtet werden – später selbst in ähnlicher Form einzubringen.“
In Wolfratshausen ging der Brief an Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) sowie die Kandidaten René Beysel (Grüne), Günther Eibl (CSU), Manfred Fleischer (Liste WOR), Patrick Lechner (FDP) und Renato Wittstadt (SPD); in Geretsried an den amtierenden Bürgermeister Michael Müller (CSU) sowie die Kandidaten Wolfgang Möckel (Freie Wähler), Patrik Kohlert (Geretsrieder Liste) und Max Wiens (Max für Geretsried).
Bis Mitte Februar haben die Kandidaten Zeit, sich zu äußern. Dann werden die Ergebnisse veröffentlicht. Spontan geantwortet hätten zwei Kandidaten, sagt Sprecherin Martina Schmid. „Je einer aus beiden Städten.“ Den Aufruf habe das Bündnis in ein Vernetzungsportal gestellt, das sich primär über die rechtsextremen Gefahren bei der Kommunalwahl in Bayern austauscht. Gut möglich also, dass die Initiative andernorts aufgegriffen wird.


