In Icking dürfte sich der Nervenkitzel bei der Bürgermeisterwahl am 8. März in Grenzen halten. Es gibt nach Stand der Dinge genau eine Kandidatin: die amtierende Bürgermeisterin Verena Reithmann von der Unabhängigen Bürgerliste (UBI). Die 58-jährige Juristin war vor sechs Jahren gegen drei weitere Frauen angetreten und hatte sich in der Stichwahl gegen Laura von Beckerath-Leismüller (Grüne) durchgesetzt. Neben 20 Männern war Reithmann seither die einzige Frau an der Spitze eines Rathauses im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Und das könnte auch in den nächsten sechs Jahren so bleiben.
In Icking jedenfalls hat sie keine Konkurrenz. Beckerath-Leismüller hat die Gemeinde mittlerweile verlassen. Cornelia Zechmeister, die 2020 für die Parteifreie Wählergemeinschaft (PWG) kandidiert hatte, arbeitet als Bauamtsleiterin Seite an Seite mit Reithmann. „Und wir sind ein gutes Team“, sagt die Bürgermeisterin. Beatrice Wagner (SPD) hat sich heuer nur als Gemeinderatskandidatin aufstellen lassen. Auch alle anderen Parteien und Bündnisse verzichten auf eigene Kandidaten. Die UBI um den Vorsitzenden Stefan Schneider hat Reithmann einstimmig nominiert.
Viele Projekte dauerten länger als eine Amtszeit, sagt Reithmann. „Viele Themen sind gesetzt und werden uns die nächsten Jahre beschäftigen.“ Dazu zählt sie den Bau einer Gemeinschaftsturnhalle für Grundschule und Gymnasium und eines Feuerwehrhauses in Dorfen, aber auch die geplante Fahrradbrücke am Ickinger Wehr sowie ein Handwerkergebiet in Dorfen. Für die geschlossene Auferstehungskirche sei es ihr Ziel, „mit Gemeinderat, Bürgern und Kirche gute Lösungen für die Zukunft zu entwickeln“. Als Erfolg wertet sie die Fortschritte bei der Wasserversorgung: 2024 wurde ein Notverbund mit Schäftlarn besiegelt.
Das Amt passe nicht nur gut in ihren Lebenslauf, sagt Reithmann. Sie gehe in ihm auf. „Ich interessiere mich einfach sehr für alle kommunalpolitisch relevanten Themen. Auch ein Schmutzwasserkanal ist wichtig, damit es gut läuft.“

