Drei Städte, 13 Kandidaten und eine Kandidatin: An Auswahl mangelte es den Wählerinnen und Wählern in Wolfratshausen, Geretsried und Bad Tölz nicht. Doch wo viele antreten, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Stichwahl – und genau so kam es am Sonntag: In Wolfratshausen treffen Amtsinhaber Klaus Heilinglechner (BVW) und Günther Eibl (CSU) am 22. März erneut aufeinander. In Geretsried geht Bürgermeister Michael Müller (CSU) in die Stichwahl gegen Patrik Kohlert (Geretsrieder Liste). Nur in Bad Tölz war die Entscheidung eindeutig.
Wolfratshausen
In Wolfratshausen zeichnete sich das Ergebnis der Bürgermeisterwahl schon früh am Abend ab. Gegen 19.15 Uhr stand fest: Amtsinhaber Klaus Heilinglechner (BVW) und sein Stellvertreter Günther Eibl (CSU) werden – wie schon 2020 – erneut in der Stichwahl aufeinandertreffen.
Ein so knappes Rennen wie vor sechs Jahren, als die damalige Grünen-Kandidatin Annette Heinloth den Einzug in die Stichwahl nur um 36 Stimmen verpasste, blieb diesmal aus.

Heilinglechner kam im ersten Wahlgang auf 34,2 Prozent der Stimmen – rund fünf Prozentpunkte mehr als 2020. Eibl erreichte 26,6 Prozent. Grünen-Kandidat René Beysel folgte mit 18,9 Prozent. Weit abgeschlagen lagen Manfred Fleischer (Wolfratshauser Liste) mit 8,7 Prozent, Patrick Lechner (FDP) mit 8,2 Prozent und Renato Wittstadt (SPD) mit 3,5 Prozent.
Nach 19 Uhr wich bei Rathauschef Heilinglechner spürbar die Anspannung. „Ich freue mich tierisch über das Ergebnis“, sagte er. „Bei sechs Kandidaten ist das alles andere als selbstverständlich.“ Er wünsche sich, dass der Wahlkampf bis zur Stichwahl genauso fair bliebe wie bislang.
Eibl verließ kurz nach Bekanntgabe des Endergebnisses den Sitzungssaal. Grünen-Kandidat Beysel räumte ein, dass er mit einem knapperen Rennen um den Einzug in die Stichwahl gerechnet hatte.
Geretsried

Bis zuletzt spannend verlief die Auszählung in Geretsried, der mit 26 000 Einwohnern größten Stadt im Landkreis. Bürgermeister Michael Müller (CSU) erzielte 43,1 Prozent der Stimmen und muss in die Stichwahl. Vor sechs Jahren war er im ersten Wahlgang mit 62,2 Prozent im Amt bestätigt worden. Nun tritt er in zwei Wochen gegen seinen Herausforderer Patrik Kohlert von der Geretsrieder Liste an, auf den 24,6 Prozent der Stimmen entfielen. Für Wolfgang Möckel (Freie Wähler) votierten 16,5 Prozent, für Max Wiens (Wählergruppe Max für Geretsried) 15,8 Prozent.
Müller sah sich trotz des Stimmenverlusts als Sieger des Abends: „Es hat zwar nicht für eine absolute Mehrheit gereicht, aber ich liege klar vorn.“ Er gehe zuversichtlich in die Stichwahl. Den Wahlkampf seiner Konkurrenten wollte er nicht bewerten. „Ich will mit meiner Politik überzeugen.“
Patrik Kohlert zeigte sich erfreut über das Ergebnis: „Das macht uns Hoffnung.“ Es sei notwendig, „die Leute mehr abzuholen“. Er trete für mehr Grün in der Stadt ein und für eine Bautätigkeit, „die weniger die Bauträger als die Bürger“ im Blick habe. Zudem sei es Zeit für „mehr Bescheidenheit“. Geretsried müsse erst wieder seine Pflichtaufgaben erfüllen. „Und dann suchen wir nach kreativen Möglichkeiten, wie wir die Kür hinbekommen.“
„Wir sind schon enttäuscht“, räumte Wolfgang Möckel ein, der nach eigenen Worten seit September einen intensiven und aufwendigen Haustür-Wahlkampf geführt hatte. Offenbar sei ein aggressiver Wahlkampf mit Parolen wie „Müller muss weg“ in Geretsried besser angekommen als eine sachliche Auseinandersetzung. Für die werde er künftig für die Freien Wähler im Stadtrat eintreten.
Sportlich nahm das Ergebnis Max Wiens auf. „Leider hat es nur für den vierten Platz gereicht“, sagte der 24-Jährige. Aber dafür, dass er den Wahlkampf im Alleingang betrieben habe, könne er zufrieden sein. Auch die erhöhte Wahlbeteiligung von 52,6 Prozent gegenüber 46,4 Prozent im Jahr 2020 rechne er zum Teil seinem persönlichen Einsatz an.
Bad Tölz

Ingo Mehner (CSU) bleibt Bürgermeister von Bad Tölz. Der Amtsinhaber, der vor sechs Jahren 50,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt hatte, konnte sein Ergebnis diesmal noch steigern und erreichte 55,5 Prozent. Auf dem zweiten Platz landete Bärbel Weixner (Grüne) mit 20,3 Prozent, dicht gefolgt von Michael Lindmair (FWG) mit 17,7 Prozent. Michael Ernst (SPD) kam wie 2020 auf Rang vier mit 6,4 Prozent.
Mehner sprach von einer „wahnsinnigen Erleichterung“, nicht in eine Stichwahl gehen zu müssen. Auch wenn er „grundsätzlich eine positive Rückmeldung aus der Bevölkerung“ im Wahlkampf erhalten habe, wie er sagte, so hatte er dies nicht ausgeschlossen. Wichtig sei ihm, die Großprojekte in Bad Tölz nun in den nächsten sechs Jahren fortführen zu können.
Bärbel Weixner zeigte sich mit ihrem Ergebnis versöhnt: „„Ich hätte mir eine Stichwahl gewünscht.“ Sie sei aber zufrieden, die Zweitplatzierte geworden zu sein. Michael Lindmair (FWG) freute sich über einen Zuwachs von 2,5 Prozentpunkten gegenüber 2020. SPD‑Kandidat Ernst sprach von einem „guten Ergebnis“, auch wenn es nicht für eine Stichwahl reichte.

