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Kommunalwahl 2020:Volker Reeh und Co.

Volker Reeh (links) und seine Geretsrieder Liste: Peter Eberhard, Christine Schmid, Patrik Kohlert und Elmar Immertreu.

(Foto: Privat)

Der CSU-Stadtrat macht seine Ankündigung wahr und gründet die "Geretsrieder Liste". CSU-Mitglied will er trotzdem bleiben.

Volker Reeh hat den vor zwei Wochen im SZ-Gespräch angekündigten Schritt vollzogen: Gemeinsam mit Patrik Kohlert hat der von seiner Partei nicht mehr aufgestellte Geretsrieder CSU-Stadtrat eine neue politische Gruppierung gegründet. Sie nennt sich "Geretsrieder Liste". Kohlert gehörte vor knapp drei Jahren zu den Initiatoren eines - vom Stadtrat abgelehnten - Bürgerbegehrens gegen das große Wohn- und Geschäftshaus der Krämmelgruppe am Karl-Lederer-Platz. Reeh hatte, gegen die Linie der CSU-Fraktion, im Stadtrat gegen das Projekt gestimmt.

Die Gruppierung, der Reeh und er vorstehen, sei am Sonntag von "rund 20 Gästen" in der Gaststätte Isarwinkel gegründet worden, schreibt Kohlert in einer Pressemitteilung. Als Ziele werden genannt: "eine harmonische und maßvolle Entwicklung des Stadtbilds und -gebietes, die Sicherung der natürlichen Grundlagen im Rahmen des Natur- und Umweltschutzes, sowie Gesundheits-, Sozial-, Kultur- und Sportförderung für alle Bürger". All dies sei in der Satzung festgehalten worden.

Reeh sagte auf Nachfrage der SZ, die eigentliche Stadtratsliste werde "in nächster Zeit" aufgestellt. Ob die Geretsrieder Liste auch eine Bewerbung ums Amt des Bürgermeisters ins Auge fasse, sei noch nicht diskutiert worden. Reeh erklärte aber: "Wir wollen realistische Ziele ver folgen." Daher werde auch die Stadtratsliste nicht die möglichen 30 Namen umfassen.

Dem Vorstand gehören zwei weitere bekannte Kritiker der Entwicklung am Karl-Lederer-Platz an: Elmar Immertreu als zweiter stellvertretender Vorsitzender und Peter Eberhard als Kassier. Schriftführerin ist Christine Schmid. Reeh sagte am Dienstag, der Karl-Lederer-Platz sei aber bei der Gründung "überhaupt nicht" zur Sprache gekommen. Hingegen sei grundsätzlich die Frage erwogen worden: "Wie werden in Zukunft Großprojekte im Einklang mit der Bürgerschaft gefasst?" Dass dies ein Thema sei, habe er der Berichterstattung über die Nominierung der Freien Wähler Geretsried entnommen, bei denen dies auch angeklungen sei. Reeh bleibt weiterhin Mitglied der CSU: "Das ist eigentlich schon meine Heimat", sagte er, denn er sei konservativ.

© SZ vom 04.12.2019
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