KommentarOhne Bekenntnis

Lesezeit: 1 Min.

Die Wolfratshauser SPD zeigt sich wenig überzeugt von sich selbst.

Von Felicitas Amler

Was ist das nur für eine kleinmütige, zage SPD? Wie will diese Partei andere von sich überzeugen, wenn sie's selbst so gar nicht ist? Seit langem wartet die politisch interessierte Öffentlichkeit darauf, wen die Wolfratshauser SPD als ihren Bürgermeisterkandidaten präsentieren wird. Und nun ist es also ein Nicht-Mitglied. Beschönigend wird vom "Quereinsteiger" gesprochen. Tatsächlich aber zeigt die Wahl ja nur eins: Die SPD hat niemanden, der sich gleichzeitig mit ganzer Persönlichkeit zur Partei bekennt und eine nicht gerade aussichtsreiche Kandidatur wagen mag.

Nichts, wirklich gar nichts gegen Fritz Meixner. Er hat ganz offenkundig Verdienste als Stadtjugendpfleger. Er ist fachlich versiert und engagiert. Nur politisch war er bisher nicht - und will es auch in Zukunft nur in Maßen sein. Und genau dies verkauft die SPD als Qualität. So einer habe keine Scheuklappen, heißt es. Was für ein Unsinn. Demnach hätte ja jemand, der für die Sozialdemokratie einsteht, Scheuklappen. In Wirklichkeit sollte er Überzeugungen haben - politisch, programmatisch nachvollziehbare Standpunkte. Aber eben die verlangt die Wolfratshauser SPD von ihrem Kandidaten nur so halbwegs. Weil sie sich eben dadurch erklärtermaßen Stimmen aus anderen Lagern erhofft. Und weil sie schon mal allen anderen künftigen Stadtratsfraktionen signalisieren will: Wir möchten bitte-bitte mit euch zusammenarbeiten. Nur nicht anecken!

Mit genauso wenig Selbstbewusstsein hat die Wolfratshauser SPD schon ihre eigentlich überzeugende und basisnahe Idee einer "Zukunftswerkstatt" angepackt. Kaum war die erste öffentliche Stoffsammlung beieinander, schon wurde sie ohne Not dem Bürgermeister vor die Füße gelegt. Mit der ergebenen Bitte, "die Stadt" möge sich des Projekts annehmen. Helmut Forster lehnte ab. Eine Blamage - aus der die SPD anscheinend nichts gelernt hat.

Wer die Wähler gewinnen will, sollte ihnen wirklich besser erklären können, warum. Sonst ist es ja egal, bei wem die ihr Kreuzerl machen. Eine überparteiliche SPD jedenfalls wäre überflüssig.

© SZ vom 30.09.2013 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Gutscheine: