Kommentar Fürs Leben gelernt

Penzberger Schüler haben mit ihrer Demonstration bereits einen Erfolg erzielt: eine Schule für die Zukunft

Von Felicitas Amler

Es ist keine einfache Situation, und das ist gut so: Junge Leute, die sich demonstrativ für den Klimaschutz erheben, tun dies an den "Fridays for Future" während der Schulzeit. Sie begehen bewusst einen Regelverstoß - weil dies mehr als eine brave Demo am Nachmittag zeigt, dass es ihnen um etwas geht. Sie riskieren, bei strengen Lehrern unangenehm aufzufallen und von rigorosen Direktoren eine Schulstrafe zu kassieren. Eben dies ist der Preis, den sie für ihr Engagement zu zahlen bereit sind.

Eltern und Pädagogen können sich solche Jugendlichen nur wünschen. Sie schwänzen nicht aus Jux. Sie haben sich mit einem Thema auseinandergesetzt, das in Schule, Gesellschaft und Politik alle umtreiben muss: die globale Klimakatastrophe. Sie haben verstanden, was in der Demokratie zählt: sich einzumischen. Und sie erproben sich in jener Haltung, die ihnen Fächer wie Ethik oder Sozialkunde nahelegen: in Zivilcourage. Was für ein Glück, wenn solches Engagement von Eltern unterstützt und von einer liberalen Schule nicht unterbunden wird. Der Direktor des Penzberger Gymnasiums zeigt, wie dies möglich ist. Bernhard Kerscher benennt das Dilemma, in dem er sich befindet. Er weist Eltern und Schüler auf ihre Verantwortung hin. Ja, er verpflichtet die jungen Leute zu konkretem ökologischen Handeln beim Ramadama. Aber vor allem würdigt er, dass sie "mitdenken", wie er es nennt, und schlägt sich selbst an die Brust: Es sei ja seine Generation, die den Klimawandel verschuldet habe. Das klingt nach einer Einladung zum Gespräch. Ein schöner Erfolg für die jungen Leute: nach dem demonstrativen "Friday for Future" eine Schule für die Zukunft.