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Kommentar:Coole Aktion

Die Jugend-Zukunftswerkstatt hat qualitativ sehr überzeugt - dank des guten Zusammenspiels zwischen Moderator und Teilnehmern.

Nur sieben Jugendliche haben am Freitag an der Geretsrieder Zukunftswerkstatt teilgenommen. Eine gescheiterte Veranstaltung? Im Gegenteil. Der Mobile Jugendarbeiter und Moderator Michael Mock hat das Beste aus den Jugendlichen herausgeholt. Dadurch wurde aus dem Workshop ein Abend, der vielleicht nicht quantitativ, dafür aber qualitativ sehr überzeugte.

Die erste Zukunftswerkstatt für Jugendliche war spannend strukturiert, locker moderiert und konstant kurzweilig. Der weltoffene Mock schafft es mit Leichtigkeit, einen Zugang zu den Jugendlichen zu finden. Das hat vielleicht mit seinen langen Haaren zu tun, mit seiner ansteckend motivierten Art oder mit seiner ungezwungenen Ausdrucksweise. In der Kritikphase forderte er die Jugendlichen dazu auf, "sich mal so richtig auszukotzen". In der Phantasiephase brauchte er nicht viele Worte, um ihnen klarzumachen, dass es nun nicht mehr auf die Logik ankam, sondern allein darum herumzuspinnen - selbst wenn sie sich einen Freizeitpark wünschten. Dass am Ende kaum noch Platz für ein weiteres Kärtchen war, zeigte, dass sein Konzept funktioniert hatte. Es hatte sogar den Anschein, als versuchten die Jugendlichen einander mit verrückten Ideen zu übertreffen. Sie motivierten sich gegenseitig.

In der Verwirklichungsphase gelang es Mock zu verhindern, dass sich die Jugendlichen in Illusionen verloren, zeigte ihnen Grenzen auf, half bei der Erarbeitung realistischer Ziele und ermutigte sie zur Eigeninitiative: dem Gang in die Politik. Die Jugendlichen hatten ihren Spaß, trauten sich viel und fühlten sich ernst genommen. Auch mit mehreren Teilnehmern hätte der Workshop kaum lebendiger sein können. Trotzdem wäre es gut, wenn sich beim nächsten Mal noch mehr Jugendliche beteiligten. Und noch besser, wenn die Veranstaltung zu einer festen Einrichtung würde.