Grund ist laut Christine Jakobi von der Gemeindeverwaltung ein "alarmierender Wert" an Fäkalkeimen: Vor der UV-Bestrahlung fanden sich 270 Enterokokken in einer Wasserprobe vom 9. September wider; nach der Bestrahlung waren es immerhin noch 28. Zum Vergleich: Im März, als die Gemeinde ebenfalls Enterokokken im Trinkwasser fand, lag der Wert bei 16 vor der Chlorung. Eine Toleranz gibt es bei dieser Keimart nicht, ihr Wert muss null betragen. Was die Ursache für diese hohe Messung ist, ist Christine Jakobi ein Rätsel: "Das hatten wir noch nie." In den vergangenen Wochen habe der Wert immer null betragen, sowohl vor als auch nach der UV-Bestrahlung. "Wir sind alle etwas angespannt", gibt die Sachbearbeiterin zu. Enterokokken im Trinkwasser können Infektionen und Durchfall auslösen.
Die Nachricht, dass die Probe vom 9. September derart belastet ist, erreichte die Gemeindeverwaltung gegen Mittwochmittag. In Absprache mit dem Gesundheitsamt des Landratsamts Bad Tölz-Wolfratshausen entschied man, sofort zu chloren. Dank guter Verbindungen zu den Firmen habe man schnell Pumpen und Chlor erhalten, berichtet Jakobi. Derzeit gehe man von einem technischen Defekt der Anlage aus. Ingenieure sollen an heutigen Donnerstag überprüfen, weshalb sich Enterokokken nach der UV-Bestrahlung überhaupt noch im Trinkwasser befinden konnten. Dennoch: Woher überhaupt der hohe Wert an Fäkalkeimen kommt, ist auch nach monatelanger Ursachenforschung ungeklärt. Hydrogeologe Karl Heinz Prösl sei dran an dem Problem. Bereits im vergangenen Herbst musste die Gemeinde ihr Trinkwasser mehrmals wegen Enterokokken chloren, ebenso über Wochen hinweg in diesem Frühjahr, bis die Gemeinde Ende Mai eine UV-Anlage mit Trübungsmessung für 65 000 Euro installierte. Durch die Strahlen werden Bioorganismen wie etwa Enterokokken abgetötet, weshalb viele Kommunen auf diese Technik setzen.
Der aktuelle Trinkwasserbefund ist im Internet unter www.gemeinde-koenigsdorf.de/wasserversorgung einsehbar. Auf dieser Seite will die Gemeinde die Bürger auch über die weitere Entwicklung informieren. "Wir können das nicht von heute auf morgen ändern", sagt Christine Jakobi. "Leider."