KochelFünf-Sterne-Hotel am Kochelsee

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Der Investor, der die ehemalige ÖTV-Bildungsstätte gekauft hat, ist weiterhin unbekannt - im Gegensatz zu seinen Plänen.

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Die ehemalige Verdi-Bildungsstätte am Ufer des Kochelsees ist seit einem halben Jahr verkauft, ohne dass sich der Investor bisher zu erkennen gegeben hätte. Jetzt tat Bürgermeister Thomas Holz (CSU) erstmals öffentlich kund, dass der bislang unbekannte Geschäftsmann ein Hotelprojekt mit Seminarangebot für Unternehmen verfolge. Das habe er in einem langen Gespräch mit ihm erfahren.

Die frühere Verdi-Bildungsstätte liegt direkt am Ufer des Kochelsees. Auf dem 1,4 Hektar großen Areal soll ein Hotel entstehen.
Die frühere Verdi-Bildungsstätte liegt direkt am Ufer des Kochelsees. Auf dem 1,4 Hektar großen Areal soll ein Hotel entstehen. Manfred Neubauer

Eine andere Nutzung lässt der bestehende Bebauungsplan für das 1,4 Hektar große Grundstück allerdings auch gar nicht zu. Demnach könnte das Wirtschaftsgebäude stehen bleiben, und anstelle des brandgeschädigten Bettenhauses könnten drei kleinere Häuser mit etwa 100 Betten gebaut werden. Ob der Investor diese Vorschläge so übernehmen will oder ob er andere Pläne hat, ist offen.

Holz ist jedoch sehr angetan von dessen Zusage, die nächsten Schritte in der Planung in enger Abstimmung mit der Gemeinde gehen zu wollen. Und er zeigt volles Verständnis dafür, dass der neue Eigentümer die Pläne erst bekanntmachen will, wenn sie fertig vorliegen. "Spätestens wenn ein Bauantrag gestellt wird, sind Name und Pläne bekannt", so Holz. In der Hotelklassifizierung soll das Haus "in Richtung höherklassig" angesiedelt sein, also im Vier- oder Fünfsternebereich. Auch davon ist im Zusammenhang mit der leer stehenden Bildungsstätte schon seit langem die Rede.

Holz berichtet von einem angenehmen, mehrstündigen Gespräch. Nach wie vor schweigt er sich über den Namen des neuen Eigentümers aus, beschreibt ihn lediglich vage: Es handle sich um eine viel beschäftigte Person, die nicht aus der Region komme. Weil der Mann so sehr mit anderen Projekten beschäftigt sei und wenig Zeit habe, halte er sich beim Kocheler Projekt vorerst bedeckt.

Eine andere Begründung liefert ein Sprecher der Verdi-Immobiliengesellschaft, die den Verkauf nach jahrelanger Investorensuche abgewickelt hat. "Ich kann nichts sagen, weil der Kaufvertrag eine Vertraulichkeitsklausel enthält", sagt er und bittet um Verständnis. Die umfasse nicht nur Angaben über den Kaufpreis, sondern auch die Nennung des Namens. Nur so viel steht fest: Der Vertrag ist in Kraft.

Auch die Kochelerin Angelica Dullinger, die in der ehemaligen Bildungsstätte ein Frauenseminar- und Gästehaus einrichten möchte und Hoffnung hegt, ihr Konzept gemeinsam mit dem neuen Eigentümer zu verwirklichen, kann noch nichts Konkretes sagen. "Ich habe mein Gespräch erst noch", sagt sie auf SZ-Anfrage. Erste Kontakte habe es bereits gegeben, nun warte sie darauf, ihr Konzept genauer besprechen zu können.

Das Verdi-Bildungszentrum galt zu Zeiten der Vorgänger-Gewerkschaft ÖTV als Vorzeigeobjekt. 74 Jahre kamen die Seminarteilnehmer zur Weiterbildung an den Kochelsee, wovon auch die Geschäftswelt profitierte. Vor zehn Jahren wurde das Haus geschlossen, weil zu hohe Investitionen anstanden.

© SZ vom 14.06.2012 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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