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Kochel am See:Per Blockabfertigung durch Kochel

Verkehrswende Kochel und Umgebung

Sebastian Salvamoser (2.v.r.) und andere Lokalpolitiker haben Bela Bach (rechts) am Donnerstag die Kochler Verkehrsprobleme geschildert.

Die SPD will prüfen lassen, ob man Autofahrer aus Nord und Süd im Wechsel durch den Ort schleusen kann.

Von Florian Zick

Bela Bach kennt die Verkehrsprobleme in Kochel am See. Die Planegger Bundestagsabgeordnete ist dort nicht nur in ihrer Freizeit gerne unterwegs; die SPD unterhält auf dem Aspenstein auch die Georg-von-Vollmar-Akademie. Auch deshalb ist Bach immer wieder in Kochel. Dass man bei der Anreise da ein bisschen mehr Zeit einplanen sollte, vor allem an schönen Sommertagen, das weiß die 29-Jährige also auch aus eigener Erfahrung. Denn die Probleme mit dem Ausflugsverkehr in Kochel, die sind inzwischen fast schon legendär.

Seit ihrem Nachrücken in den Bundestag Anfang des Jahres sitzt Bach auch im dortigen Verkehrsausschuss. Der örtliche SPD-Ortsverein hat sie für den gestrigen Donnerstag deshalb zu einer kleinen Radeltour durch Kochel eingeladen. Denn im Ort gebe es "gewisse Stellen, wo die Lage echt problematisch ist", sagt Sebastian Salvamoser, der Vorsitzende der Kochler SPD. Für die ortsquerende B 11 ist allerdings der Bund zuständig. Da kann man als Lokalpolitiker nicht so einfach etwas ausrichten. Vielleicht aber als Bundespolitiker - das hofft zumindest die SPD in Kochel.

Nach der kleinen Spazierfahrt fällte Bela Bach ein recht vernichtendes Urteil. "Bestenfalls ein Flickenteppich" und "nicht alltagstauglich" seien die provisorisch markierten Schutzstreifen für Fahrradfahrer, die es an Teilen der innerörtlichen B 11 in Kochel seit Kurzem gibt. Diese Schutzstreifen endeten mitunter sehr abrupt, sagt Bach. "Eine lebensgefährliche Situation." Und auch die Bahnverbindung nach Kochel: Die sei deutlich ausbaufähig.

Nun wird man den Ausflugsverkehr freilich nicht so schnell von der Straße auf die Gleise bekommen - selbst, wenn man ein paar Züge mehr nach Kochel fahren lässt. Und auch bessere Radwege versprechen nur eine leichte Entastung. Bela Bach will beim Bundesverkehrsministerium deshalb eine Anfrage stellen. Dabei soll es um eine mögliche Blockabfertigung in Kochel gehen, wie es sie mancherorts schon in Österreich gibt. Die sogenannte Blessingkurve in der Ortsmitte ist nämlich oft so verstopft, dass man an der dortigen Einmündung kaum eine Chance hat, sich in den Verkehr auf der B 11 einzufädeln.

Wenn man an den beiden Ortsenden jeweils eine Ampel einrichten würde, hinter dem Altjoch und am Edeka, erklärt der örtliche SPD-Chef Salvamoser, dann könnte man die Autofahrer aus beiden Richtungen im Wechsel durch den Ort schleusen. Denn stoppen könne man den Ausflugsverkehr nicht, so Salvamoser. Man könne nur regulierend eingreifen. Aber letztlich sei es doch besser, am Ortseingang fünf Minuten an der Ampel zu warten als ewig im Ort im Stau zu stehen.

© SZ vom 04.09.2020

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