bedeckt München

Kochel am See:Kochler SPD hofft auf Pförtnerampel

Bundesverkehrsministerium stellt Verkehrsberuhigung in Aussicht

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bela Bach hat sich im vergangenen September gemeinsam mit Sebastian Salvamoser, dem Vorsitzenden der Kochler SPD, und den beiden Kochler Gemeinderäten Klaus Barthel (SPD) und Reinhardt Dollrieß (FW) ein Bild von der Verkehrssituation auf der Bundesstraße 11 in Kochel gemacht. Mit einem Schreiben richtete sie einen Fragenkatalog, der unterschiedliche Entlastungsmaßnahmen vorsieht, an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Nun liegen die Antworten aus dem Bundesverkehrsministerium vor. Ein Schutzstreifen für Fahrradfahrer sei nur innerhalb geschlossener Ortschaften und auch das nur auf Straßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von bis zu 50 Stundenkilometern möglich, heißt es darin. Außerorts sei eine solche Anordnung nicht zulässig und verbessere auch nicht den Schutz der Radler.

Bach befriedigt diese Antwort nicht. Laut einer Mitteilung der SPD erklärt die Bundestagsabgeordnete dazu, es sei unverständlich, weshalb der Schutzstreifen auf der B 11 innerorts dann nicht geschlossen sei. Nur im Bereich von Linksabbiegestreifen dürften laut Gesetzgeber Schutzstreifen nämlich nicht geschlossen sein. "Das kann aber nicht im Sinne des Verordnungsgebers sein", so Bach. "Insbesondere im Bereich der Badstraße müssen wir das Anliegen noch einmal prüfen lassen."

Hinsichtlich einer dringend notwendigen Querungshilfe im Bereich des Franz-Marc-Museums erklärte das Bundesverkehrsministerium, dass das Staatliche Bauamt eine Querungshilfe für vorstellbar halte, allerdings keinen Fußgängerüberweg (Zebrastreifen). Grund dafür sei die Verkehrssicherheit, weil die sehr kurvige Linienführung der B 11 überwiegend ungünstige Sichtverhältnisse biete. Stattdessen solle die Querungshilfe im Zuge der in den kommenden Jahren anstehenden Straßenerneuerung umgesetzt werden. "Es ist schon besonders paradox, dass das Staatliche Bauamt einen Fußgängerüberweg für zu gefährlich hält", erklärt dazu SPD-Gemeinderat Barthel, "aber die Fußgänger stattdessen komplett schutzlos die B 11 queren können sollen." Das sei "niemandem zu vermitteln", so Barthel, der auf Eile drängt. "Es braucht an dieser Stelle eine schnell umsetzbare Lösung. Die Situation ist so gefährlich, dass man hier nicht mehrere Jahre warten kann."

Ob an Ortsein- und -ausgang eine Blockabfertigung als Modellprojekt umsetzbar sei, war ein weiteres Anliegen, das Bach, Barthel, Salvamoser und Dollrieß prüfen ließen. Darauf erklärte das Ministerium, dass ein System der Blockabfertigung in Kochel ungeeignet sei, weil es sich nicht um eine Engstelle, sondern um eine in beiden Fahrtrichtungen zeitweise überlastete Ortsdurchfahrt handle. Eine Blockabfertigung würde die Zufahrts- und Querungsmöglichkeiten innerorts nicht verbessern, sondern lediglich die Leistungsfähigkeit der Strecke reduzieren. Alternativ sei der Einsatz einer sogenannten Pförtnerampel denkbar, die den Verkehr auf einem Streckenabschnitt reguliere. Ziel sei es, nur ein verträgliches Verkehrsaufkommen einfahren zu lassen. Dies müsse vom zuständigen Bauamt geprüft werden. Eine Pförtnerampel, sind sich Barthel, Salvamoser, Dollrieß und Bach einig, könnte tatsächlich zu einer innerörtlichen Entlastung zu Spitzenzeiten beitragen.

Um dieses Anliegen weiter zu verfolgen und auch die anderen offenen Fragen zu prüfen, wird sich Bach laut SPD-Mitteilung nun mit einem weiteren Schreiben an das Staatliche Bauamt Weilheim wenden und um ein Gespräch bitten. "Denn eine Entlastung der B 11 scheint möglich." Nun müssten die denkbaren Maßnahmen schnellstmöglich geprüft werden.

© SZ vom 01.02.2021 / aip
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema