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Kochel am See:In der Erprobungsphase

Gemeinde Kochel testet Fahrradschutzstreifen als Alternative zu Radwegen

An schönen Ausflugstagen fahren mehr als 10 000 Autos durch den kleinen Ort. Weil in beiden Richtungen keine Radwege zur Verfügung stehen, wurde im Zuge des Walchenseekonzepts von der Verkehrskommission des Landkreises und der Gemeindeverwaltung ein Radwegekonzept erarbeitet - auch, um der zunehmenden Zahl von Rad- und E-Bikern gerecht zu werden. Weil straßenbegleitende Radwege nicht überall möglich und zudem teuer sind, läuft in Kochel derzeit eine etwa einjährige Testphase mit einem Fahrradschutzstreifen. Ab der Abzweigung Mittenwalder Straße in die Badstraße bis zum Hotel "Grauer Bär" wurde der Streifen auf die B 11 bereits aufgetragen. Die Erfahrungen seien gut, sagte Bürgermeister Thomas Holz (CSU) im Gemeinderat. "Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen." Auch Kritik habe es gegeben. So bemängelten Bürger, dass die Streifen zu mehr Staus führen, weil die Fahrbahn verengt werde und Radfahrer wegen des vorgeschriebenen Abstands schlechter überholt werden könnten. Holz sieht das anders; denn durch die optische Fahrbahnverengung reduzierten Autofahrer die Geschwindigkeit. Mit einer entsprechenden Beschilderung sollen Radfahrer aus Richtung Benediktbeuern künftig über den Friedzaunweg und aus Richtung Schlehdorf in die Trimini-Straße gelenkt werden, um von dort über die Badstraße auf dem Fahrradschutzstreifen Richtung Süden weiterfahren zu können. Eigentlich habe er die Einführung der Streifen für das gesamte Gemeindegebiet beantragt, sagte Holz. Die Fachbehörden hätten allerdings den Bereich ab der Heimatbühne als Teststrecke ausgewählt. Denn einige Voraussetzung müssten erfüllt sein: So muss die Fahrbahn mindestens sieben Meter breit sein, damit ein Schutzstreifen mit rund 1,50 Meter aufgebracht werden kann. Zudem bedeute eine solche Markierung, dass Linksabbiegen und Längsparken in dem entsprechenden Bereich nicht mehr möglich ist.

© SZ vom 22.09.2020 / schp

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