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Kochel am See:Die Versicherung zahlt

Verursachung des Jochberg-Brands wäre von einer Haftpflicht gedeckt.

Das Feuer am Jochberg mag gelöscht sein. Doch erst jetzt zeigt sich das ganze Ausmaß der Schäden - und es zeichnen sich Kosten in Millionenhöhe ab, die Landkreis, Staatsforste und Behörden bei den Verursachern eintreiben wollen. Allein für Rettung und Löschung werde nach Angaben von Landrat Josef Niedermaier ein hoher sechsstelliger Betrag auflaufen. Dazu kommt die Wiederherstellung des Ökosystems: Weil Nachpflanzungen des Schutzwaldes in dem abschüssigen Gebirgsgelände per Hubschrauber vorgenommen werden müssen, rechnet Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, mit einem weiteren sechsstelligen Betrag. Die Polizei ermittelt gegen einen 32-Jährigen und einen 36-Jährigen aus München wegen fahrlässiger Brandstiftung, weil sie ein Lagerfeuer entzündet haben sollen, das außer Kontrolle geraten sei.

Eine private Haftpflichtversicherung würde wohl für den Schaden aufkommen. "Diese Versicherung kommt tatsächlich immer dann zum Tragen, wenn man etwas falsch macht, wenn man aus Versehen einen Schaden anrichtet", erklärt Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Grundsätzlich auch dann, wenn der Brand fahrlässig oder sogar grob fahrlässig verursacht wurde. "Allerdings kommt es im Einzelfall auf die Klauseln im Versicherungsvertrag an", erklärt die Expertin. Ob etwa die Versicherung ausreicht, um den Schaden zu begleichen, hänge von der Deckungssumme ab. Sie liege in Deutschland laut Jarosch im Schnitt bei drei bis fünf Millionen Euro. Rund 85 Prozent der Deutschen haben eine solche Police.

Doch nicht alle Kosten, die in Zusammenhang mit dem Brand am Jochberg stehen, könnten die Verursacher über ihre Versicherung abwickeln. "Zum einen haben manche Policen einen Selbstbehalt, der aber angesichts eines Millionenschadens marginal sein dürfte", sagt Jarosch. Würde der Fall vor Gericht landen, übernähme die Haftpflichtversicherung weder Prozesskosten noch mögliche Geldstrafen.

Die Bergwacht beobachtet derweil, dass Waldbrände, ausgelöst durch unachtsame Wanderer, zunehmen. Für Einsätze wie jüngst am Jochberg sei es deshalb für Bergwacht und Feuerwehr nötig, verstärkt gemeinsam zu trainieren, erklärte Einsatzleiter Stephan Wagner. Das alles leisteten die Retter zwar "ehrenamtlich, aber hoffentlich nicht umsonst", fügte Kreisbrandrat Karl Murböck an.