Bildungsprogramm 2025Schafe knuddeln zur Selbstfindung

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Die „Alpinen Steinschafe“ spielen eine entscheidende Rolle im aktuellen ZUK-Bildungsprogramm „Von Schafen, Blumen und Sternen“.
Die „Alpinen Steinschafe“ spielen eine entscheidende Rolle im aktuellen ZUK-Bildungsprogramm „Von Schafen, Blumen und Sternen“.
Harry Wolfsbauer

Das Zentrum für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern führt tiergestützte Angebote neu ein. Hauptakteure sind „Alpine Steinschafe“.

Von Alexandra Vecchiato, Benediktbeuern

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Das „Alpine Steinschaf“ ist eine der ältesten Schafrassen und vom Aussterben bedroht. Beschrieben wird das Steinschaf als eher feingliedrig, aber robust – ist es doch optimal an die klimatischen Verhältnisse in der Alpenregion angepasst. Zehn weibliche Steinschafe leben seit vergangenem Herbst auf Benediktbeurer Klosterland. In diesem Jahr kommen die Tiere groß raus, denn die Steinschafe sind die Hauptakteure der neuen tiergestützten Bildungsangebote des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK).

„Von Schafen, Blumen und Sternen“ heißt das Programm, mit dem das ZUK neue Wege beschreiten möchte. „Das ist ein Leuchtturm-Projekt“, sagte Verena Hausmann bei der Vorstellung des Programms 2025. Die Diplom-Geografin verstärkt das ZUK-Team im Bereich „Umweltjugendbildung“ seit August vergangenen Jahres. Hausmann hat eine Ausbildung für tiergestützte Arbeit und ist sozusagen das „Frauchen“ der zehn weiblichen Steinschafe. Oder professioneller ausgedrückt: Hausmann hat die Tiere aus ihrer eigenen Schäferei nach Benediktbeuern mitgebracht. Mit der Haltung der Schafe gehe man „back to the roots“, denn sicherlich, so Hausmann, habe es bei den Benediktinern im Kloster Schafe gegeben. Doch sind die „Mädels“ nicht allein bei Beweidungsprojekten eingespannt – sie sollen künftig Menschen helfen, zur Ruhe zu kommen, sich selbst zu finden und Natur zu erleben. So etwa bei den Schaf-Meditationen im Obstgarten unter dem Titel „Einfach sein“ oder beim Erzähl-Café „Von Schafen fürs Leben lernen“.

Das Bildungsprogramm 2025 präsentierten ZUK-Leiter Benedikt Hartmann (hinten, 3. v. re.), Martin Malkmus (Berufliche Weiterbildung, hinten, 4. v. re.), Pressesprecher Martin Blösl (hinten, 4. v. li.), Schafzüchterin Verena Hausmann (hinten, 3. v. li.), Doris Linke (Leiterin des Bereichs Bildung, vorn li.) und Steffi Schulze (vorn 2. v. re.) gemeinsam mit den Volontärinnen und Volontären.
Das Bildungsprogramm 2025 präsentierten ZUK-Leiter Benedikt Hartmann (hinten, 3. v. re.), Martin Malkmus (Berufliche Weiterbildung, hinten, 4. v. re.), Pressesprecher Martin Blösl (hinten, 4. v. li.), Schafzüchterin Verena Hausmann (hinten, 3. v. li.), Doris Linke (Leiterin des Bereichs Bildung, vorn li.) und Steffi Schulze (vorn 2. v. re.) gemeinsam mit den Volontärinnen und Volontären.
Harry Wolfsbauer

Bei der Interaktion mit den Tieren, die laut „Arbeitsgemeinschaft Alpines Steinschaf“ von Natur aus den Menschen sehr zugewandt seien, passiere vieles, so Hausmann. Letztlich gehe es auch um Empathie, ergänzte Martin Malkmus („Berufliche Weiterbildung“). Ebenso wie um Ethik, wenn es die Teilnehmer dazu anregt nachzudenken, ob die Streicheltiere als Lammbraten auf dem Teller landen sollten. „Das tiergestützte Angebot wird Kreise ziehen“, ist sich Hausmann sicher.

Nicht allein Schafe heißen die Teilnehmer an den Bildungsangeboten im Kloster Benediktbeuern willkommen. Es gibt die bewährte „Wasserbüffel-Safari“ oder Wissenswertes über Fledermäuse, wie natürlich auch über Vögel, die auf Klosterland Rast machen. Und dann gibt es da auch noch „Maxi“ und „Peterl“, mit denen Familien unter dem Motto „Was der Mensch von Eseln lernen kann“ auf Erkundungstour gehen können.

Neues Zeltdorf für Übernachtungsgäste

Fachtagungen, berufliche Fortbildungen, spirituelle Angebote und Umweltschutz-Themen runden wie immer das Bildungsangebot ab. Malkmus verweist auf die Veranstaltung „Brote der Welt“, bei der Familien andere Kulturen kulinarisch kennenlernen können. Brot werde auf der ganzen Welt gebacken und gegessen, sagte Malkmus. Für den Aktionstag möchte das ZUK die Bewohnerinnen und Bewohner der Asyl-Unterkunft in Benediktbeuern gewinnen, ferner heimische Bäcker. Der interkulturelle Brotbacktag im ZUK-Gemeinschaftsgarten soll Menschen aus verschiedensten Ländern miteinander verbinden.

Noch ist der Westtrakt des ZUK nach dem Hagelsturm 2023 eine Baustelle. Alternativkonzepte mussten her: Um den Gästen Übernachtungsmöglichkeiten bieten zu können, soll in diesem Frühjahr ein neues Zeltdorf entstehen. „Wunderdingen“ heißt es und steht Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Zwei Jurten soll es für Betreuer und Betreuerinnen geben, ferner ein Gemeinschaftszelt und vier Jurten für die Kids.

Man habe die Vielzahl an Projekten nicht entwickelt um der Projekte wegen, sondern diese an der Nachfrage ausgerichtet, sagte ZUK-Leiter Benedikt Hartmann. Diese sei größer, als die Einrichtung anbieten und aufnehmen könne. Im Jahr 2023 nahmen 10 841 Kinder und Jugendliche und 4374 Erwachsene an den Angeboten teil. Das Jahr 2024 wertete Hartmann als „sehr erfolgreich“, auch wenn eine Auswertung bislang nicht vorliegt.

Das ZUK-Team stellt das Programm 2025 am Mittwoch, 12. Februar, von 17 bis 18 Uhr bei einem kostenlosen Webinar auf Zoom vor. Der Teilnahme-Link ist unter www.zuk-bb.de/Veranstaltungen/1594 zu finden.

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