Kloster BenediktbeuernHilferufe aus dem Kloster

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Kloster Benediktbeuern ist ein barockes Prunkstück, doch es fehlt Geld für die Sanierung. Der Förderverein geht nun auf Spendensuche.

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Sie gilt als eines der ältesten Klöster Bayerns, und als barockes Prunkstück vor malerischer Bergkulisse ist die ehemalige Benediktinerabtei in Benediktbeuern mittlerweile längst wieder ein überregional beliebtes Motiv für Bildbände und Fotokalender.

In der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benediktbeuern ist die Atmosphäre für die Studenten zwar alles andere als quirlig und urban, dafür aber umso konzentrierter. Heute gehört die Anlage den Salesianern Don Boscos, die sie seit 1930 mit großem Aufwand sanieren, nun aber Probleme mit der Finanzierung haben.
In der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benediktbeuern ist die Atmosphäre für die Studenten zwar alles andere als quirlig und urban, dafür aber umso konzentrierter. Heute gehört die Anlage den Salesianern Don Boscos, die sie seit 1930 mit großem Aufwand sanieren, nun aber Probleme mit der Finanzierung haben. N/A

Doch ungetrübt ist die Benediktbeurer Postkartenidylle keineswegs: Teile der Anlage brauchen dringend eine Renovierung, und für die fehlt den heutigen Herren des Klosters, dem Orden der Salesianer Don Boscos, das Geld. Im vergangenen Herbst haben sie deshalb den Förderverein "Juwel" gegründet, um auf diese Weise an Mittel von Spendern und Sponsoren zu gelangen.

Drei Mitglieder dieses Fördervereins, nämlich Sepp Haslbeck, Michele Trippa und Schatzmeister Josef Draxinger, werden sich an diesem Sonntag sogar auf eine dreitägige Tour im Pferdewagen begeben, um in der näheren Umgebung in persönlichen Gesprächen und mit gedruckten Informationen auf die Lage des Klosters aufmerksam zu machen.

Mehr als je zuvor in seiner knapp 1300-jährigen Geschichte sei das Kloster auf Sponsoren und Mäzenen angewiesen, glauben die drei "Juwel"-Mitglieder. Die Salesianer haben sich ihrer Ansicht nach kontinuierlich um die Anlage bemüht, seit sie das 1803 wie viele andere vom Staat säkularisierte Kloster im Jahr 1930 für sich erworben haben. Der selbst gewählten eigentlichen Aufgabe ihres Ordens, nämlich der Bildungsarbeit für die Jugend, widmen sich die Salesianer im Kloster Benediktbeuern etwa mit ihrer Hochschule. Die enormen Renovierungsanstrengungen, mit denen sie aus dem desolaten Ex-Kloster von 1930 mittlerweile wieder ein prächtiges Barock-Ensemble gemacht haben, liefen immer gleichsam nebenher.

An sein Ende kommt ein solches Projekt jedoch nie: Derzeit am dringendsten sind die erstmalige Renovierung der kompletten Südfassade des südlichen Arkadengangs, der teils noch als "Kurfürstensaal" bekannten Hauskapelle und der historischen Bibliothek. Dafür müssen in den nächsten vier Jahren insgesamt etwa 2,1 Millionen Euro aufgebracht werden.

Der Bund hat seine Fördergelder für das Vorhaben davon abhängig gemacht, dass das Kloster Benediktbeuern von "herausragender nationaler Bedeutung" ist, was der Anlage zuletzt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege bescheinigt hat. Laut Generalkonservator Egon Greipl strahlt das Kloster "weit über die Landesgrenzen hinaus". In der Basilika seien erstmals in Deutschland Stuckfiguren und große Deckengemälde architektonisch vereinigt worden. Die Anastasia-Kapelle ist für Greipl sogar eine "Raumschöpfung von europäischem Rang". Benediktbeuern sei außerdem eines der seltenen Beispiele einer noch fast intakten barocken Großklosteranlage.

All dies und noch einiges mehr wollen die drei fahrenden Fördervereinsmitglieder auf ihrer Informationstour erzählen. Außerdem beantworten sie nach Möglichkeit alle Fragen zum Kloster und verkaufen auch Klosterliköre, Klosterbrand und Ökohonig aus dem Kloster.

Ihre Fahrt beginnt am Sonntag um 11Uhr im Klosterhof und führt von dort zum Bichler Herbstmarkt, ins Penzberger Stadtzentrum und nach Antdorf. Am Montag geht die Reise weiter Richtung Südwesten bis Murnau, am Dienstag führt sie über Schwaiganger, Großweil, Schlehdorf und Kochel wieder zurück nach Benediktbeuern. Am Montag und Dienstag jeweils um 15.30 Uhr wird der auch der Penzberger Liederpoet Wolfgang Weise in Murnau beziehungsweise Kochel mit dem Gespann auftreten.

© SZ vom 25.09.2010 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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