Einen langen Spaziergang mit der Familie machen, die Region auf dem Rad erkunden oder sich ans Ufer des nächsten Sees legen - ein Sonntag kann auch ohne lange Strecken, die mit dem Auto zurückgelegt werden müssen, ziemlich erholsam sein. Wenn es nach "Ziel 21" geht, dem "Zentrum innovativer Energien im Landkreis Fürstenfeldbruck", sollen am 10. September in ganz Bayern die Fahrzeuge stillstehen. Gemeinsam mit lokalen Energiewendevereinen und dem ADFC haben die Organisatoren Gottfried Obermair und Max Keil zu einem "autofreien Sonntag" aufgerufen. Ziel ist es, dass die Menschen freiwillig für einen Tag auf das Auto verzichten.
Kürzlich hat die Energiewende Oberland deshalb einen Runden Tisch mit allen interessierten Teilnehmern durchgeführt. Neben Bad Tölz-Wolfratshausen waren auch die Landkreise Fürstenfeldbruck, Starnberg, Landsberg und Weilheim-Schongau vertreten. In Kontakt stehen die Organisatoren zudem mit Dachau, Weißenburg-Gunzenhausen und Erlangen. Sie hoffen aber, bis September noch weitere Landkreise für den "autofreien Sonntag" zu gewinnen.

Bei dem Treffen im Penzberger Bahnhofstüberl haben die Teilnehmer diskutiert, wie man mehr Menschen mit dem "autofreien Sonntag" erreichen kann. Wie 2021 und 2022, als die Aktion erstmals durchgeführt wurde, wollen die Organisatoren auch diesmal ein Programm rund um den Klimaschutz und nachhaltige Mobilität anbieten. Für den Landkreis Fürstenfeldbruck sind bereits einige Veranstaltungen geplant. Darunter eine Sternfahrt von Fürstenfeldbruck nach Schloss Seefeld sowie Fahrradsegnungen in den Gemeinden Grunertshofen und Olching.
Die Organisatoren wollen lediglich ein "Klima des Anreizes" schaffen
Es wurde aber auch über weitere Ideen nachgedacht: In Biergärten könnten Teilnehmer zum Beispiel die Maß günstiger erhalten, wenn sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad anreisen. Ebenfalls denkbar wären kostenlose Reparaturen und ein Flohmarkt für (gebrauchte) Fahrräder. Auch der ÖPNV könnte an dem betroffenen Wochenende umsonst zu nutzen sein. Im Rahmen des "autofreien Sonntags" sollen interessierte Vereine auch eine eigene Veranstaltung zur Förderung von "autofreierer Mobilität" anmelden können.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen war bei dem ersten Treffen in Person von Klimaschutzmanagerin Veronika Böhm vertreten. Landratsamts-Sprecherin Marlis Peischer betonte auf Anfrage, dass man die Aktion grundsätzlich interessant finde und sich nun Gedanken machen wolle, wie man diese umsetzen kann. Eine Entscheidung darüber, ob sich die Gemeinden geschlossen am "autofreien Sonntag" beteiligen werden, sei bisher aber noch nicht gefallen.
Im vergangenen Jahr haben bereits die Landkreise Starnberg, Dachau und Fürstenfeldbruck am "autofreien Sonntag" teilgenommen. Nun soll die Aktion auf weitere Landkreise in Bayern ausgeweitet werden. Wie viele Menschen sich bislang an der Aktion beteiligt haben, können die Organisatoren nicht sagen. "Die Angebote, die wir in den vergangenen Jahren hatten, wurden aus unserer Sicht aber sehr gut genutzt", sagt Gottfried Obermair von Ziel 21. Vor allem Fahrradangebote wie ADFC-Sternfahrten hätten sich großer Beliebtheit erfreut.
Die Organisatoren betonen, dass sie bei der Aktion nicht auf Verbote setzen, sondern damit lediglich ein "Klima des Anreizes" schaffen wollen. Im Gegensatz zum "Stadtradeln" wird bei der Aktion nicht gemessen, was an diesem Tag an CO²-Emissionen eingespart wird. Vielmehr soll durch den "autofreien Sonntag" das Bewusstsein für den Klimawandel und die erforderliche Energiewende gestärkt werden. Die Organisatoren möchten zeigen, "dass wir alle in irgendeiner Form mitmachen können, um eine Verbesserung zu erzielen".

